Energie & Klimaschutz

Klimaneutrales Industrieland 2024

Unser entschiedenes Ziel ist es, Schleswig-Holstein als klimaneutrales Industrieland bis 2040 weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes langfristig zu sichern. Dies haben wir in der vergangenen Legislaturperiode vorangebracht, indem wir u. a. das Energiewende- und Klimaschutzgesetz novelliert und das Klimaschutzprogramm 2030 verabschiedet haben.

Wir haben gezeigt, dass wir als unionsgeführte Landesregierung Klimaschutz vorantreiben, mit Geboten statt Verboten arbeiten, zügig und klar entscheiden, die Menschen auf dem Weg zur CO2-Neutralität mitnehmen und ihnen klare Perspektiven anbieten. Dabei haben wir auf die einzigartige Lage und die idealen Rahmenbedingungen zurückgreifen können, um die Energie-, Wärme- und Klimawende zu erreichen.

Dass wir dabei die Bürgerinnen und Bürger nicht vergessen, zeigen die Umfragewerte: 96 Prozent der Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner befürworten den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Land. Es zeigt sich, dass man mit einer guten Politik für hohe Akzeptanz für die Energiewende bei den Menschen vor Ort sorgen und so die Energieversorgung und stabile Strompreise sichern kann. So schaffen wir eine nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung und sichern dabei Betriebe, fördern neue Arbeitsplätze und stärken die Wirtschaft durch stabile Strompreise.

Mit 10 Gigawatt installierter Windleistung an Land konnte in 2026 bereits ein großer Meilenstein erreicht werden.

Novellierung des Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG)

Die zweite Novellierung des Energiewende- und Klimaschutzgesetzes (EWKG) bildet für die Erreichung des Ziels, bis 2040 erstes klimaneutrales Industrieland zu sein, einen zentralen Baustein, in dem wir die Klimaneutralität 2040 gesetzlich festgeschrieben haben.

Als Teil Novellierung des Energiewende- und Klimaschutzgesetzes haben wir die Weiterentwicklung der gesetzlichen Klimaschutzziele und deren Verknüpfung mit konkreten Umsetzungsmaßnahmen verankert und die Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien, die Dekarbonisierung industrieller Prozesse sowie die Nutzung klimafreundlicher Technologien weiter gestärkt. Gleichzeitig haben wir Vorgaben und Instrumente fortentwickelt, um die Energiewende planbar, investitionssicher und langfristig tragfähig auszugestalten.

Klimaschutzprogramm 2030: Mit großen Schritten voran

Der zweite zentrale Baustein zur Erreichung der Klimaneutralität 2040 ist das Klimaschutzprogramm 2030. Mit dem Programm haben wir einen Rahmen geschaffen, um den Klimaschutz in allen relevanten Bereichen systematisch voranzutreiben und die Transformation von Wirtschaft, Energieversorgung und Infrastruktur zu unterstützen. Das Klimaschutzprogramm 2030 legt dar, mit welchen Maßnahmen die Reduzierung von Treibhausgasen und die Ausbauziele für erneuerbare Energien erreicht werden können.

Zu den Maßnahmen gehören der Ausbau von Windenergie und Photovoltaik, die Förderung der Wasserstoffwirtschaft, die Unterstützung energieeffizienter Produktionsprozesse, die Weiterentwicklung klimafreundlicher Wärmelösungen sowie Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen in Industrie, Gebäuden und Verkehr.

Vorreiterrolle Schleswig-Holstein: Ausbau der erneuerbaren Energien

Schleswig-Holstein hat eine Vorreiterrolle beim Ausbau der erneuerbaren Energien. So erreichen wir bereits heute einen Eigenenergieversorgungsgrad von über 200 Prozent. Insgesamt verfügt Schleswig-Holstein inzwischen über rund 10 GW installierter Windenergieleistung an Land, so viel wie kein anderes Flächenland bezogen auf seine Landesfläche.

Allein im Jahr 2025 kamen rund 800 Megawatt Windenergieleistung an Land und rund 700 Megawatt Photovoltaik netto hinzu. Mit rund 600 Kilowatt installierter Windenergieleistung je Quadratkilometer verfügen wir über die höchste Windenergiedichte Deutschlands.

Auch bei der Speicherung erneuerbarer Energie kommen wir voran. Seit Anfang 2022 wurden mehr als 80.000 Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von rund 645 Megawatt in Betrieb genommen. Damit schaffen wir zusätzliche Möglichkeiten, den in Schleswig-Holstein erzeugten erneuerbaren Strom flexibel zu nutzen und die Energieversorgung auch bei schwankender Erzeugung abzusichern.

E-Mobilität und Ladeinfrastruktur

Auch im Verkehrsbereich treiben wir die Energiewende voran. Mit der Förderrichtlinie „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge II“ haben wir den bedarfsgerechten Ausbau des Ladenetzes weiter unterstützt und das bereits bestehende Förderprogramm um 2,85 Millionen Euro erweitert.

Inzwischen gibt es in Schleswig-Holstein mehr als 8.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Allein seit Anfang 2026 sind mehr als 300 weitere hinzugekommen. Damit hat sich die Zahl der öffentlichen Ladepunkte innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist notwendig, weil auch die Zahl der Elektrofahrzeuge weiter stark wächst. Während im Juli 2022 rund 50.000 elektrisch angetriebene Fahrzeuge in Schleswig-Holstein zugelassen waren, wird bis 2030 mit mindestens 300.000 batterieelektrischen Fahrzeugen gerechnet.

Dass Schleswig-Holstein bei der Elektromobilität gut aufgestellt ist, zeigt auch der Blick auf die Neuzulassungen: Im Juli 2026 waren knapp 44 Prozent der Neuzulassungen batterieelektrisch oder Plug-in-Hybrid. Beim Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge an den Neuzulassungen lag Schleswig-Holstein damit bundesweit auf Platz zwei.

Modellregion Schleswig-Holstein: Net Zero Valley Initiative

Wir wollen Schleswig-Holstein nicht nur zum klimaneutralen Industrieland, sondern zur europäischen Modellregion für klimaneutrale Industrie- und Infrastrukturentwicklung machen. Deshalb bewirbt sich Schleswig-Holstein als „Net Zero Valley Region“.

Als Net Zero Valley könnten wir von schnelleren Genehmigungsverfahren, einem priorisierten Zugang zu EU-Fördermitteln und besonders guten Rahmenbedingungen für Unternehmen profitieren. Die Voraussetzungen dafür sind hervorragend: unser hoher Eigenenergieversorgungsgrad, leistungsfähige Häfen als Knotenpunkte für grüne Technologien, starke Forschungseinrichtungen und der Aufbau des norddeutschen Wasserstoffnetzes bieten beste Bedingungen für die klimaneutrale Industrie der Zukunft.

Stark durch Krisen kommen

Klimaschutz und Energiewende müssen mit einer verlässlichen und bezahlbaren Energieversorgung verbunden werden. Gerade in Krisenzeiten haben wir deshalb schnell gehandelt. Als die Energiepreise infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine stark anstiegen, haben wir gemeinsam mit unserem Koalitionspartner ein 8-Punkte-Entlastungspaket mit einem Volumen von 180 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Die Maßnahmen reichten von der Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern beim Klimaschutz über die Dekarbonisierung der Wirtschaft bis hin zu Härtefallfonds.

Auch nach der Jahrhundertsturmflut im Oktober 2023 haben wir schnell und entschlossen gehandelt. Gemeinsam mit den Kommunen wurde ein 200-Millionen-Euro-Wiederaufbaufonds auf den Weg gebracht. Gleichzeitig haben wir den Küstenschutz weiter gestärkt. Damit haben wir nicht nur bei der Bewältigung der unmittelbaren Schäden geholfen, sondern zugleich Konsequenzen aus der Katastrophe gezogen und Schleswig-Holstein widerstandsfähiger für die Zukunft gemacht.