Digitalisierung & KI
Digital und souverän
Digitalisierung bedeutet für uns zugleich digitale Souveränität. Mit unserer Open-Source-Strategie reduzieren wir die Abhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern und stärken den Einsatz quelloffener Lösungen. Seit 2024 werden rund 30.000 Arbeitsplätze der Landesverwaltung schrittweise von Microsoft Office auf LibreOffice umgestellt. Mit dem Projekt „+1 Linux“ bereiten wir zudem den Umstieg auf ein Linux-basiertes Betriebssystem vor. Wie geplant sind bis zum Oktober 2025 über 30.000 Konten der Landesverwaltung erfolgreich migriert.
Auch beim sicheren Datenaustausch setzen wir auf eigene, offene Lösungen. Mit der Open-Source-Datenaustauschplattform „X-Road“ bauen wir eine sichere digitale Infrastruktur für den geschützten Austausch von Daten zwischen Behörden auf. Damit schaffen wir die Grundlage für eine moderne, vernetzte und zugleich digital souveräne Verwaltung.
Glasfaserausbau in Schleswig-Holstein
Die Breitbandstrategie in Schleswig-Holstein hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Im bundesweiten Vergleich der an Glasfasernetze angeschlossenen und anschließbaren Haushalte liegt Schleswig-Holstein an erster Stelle. Nach Berechnungen des Breitbandkompetenzzentrums SH (BKZ.SH) können 86 Prozent der Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden (homes passed), 56 Prozent haben bereits einen Glasfaseranschluss gebucht (homes connected); dies sind 65 Prozent der möglichen Hausadressen (take up-Rate). Der Bundesdurchschnitt liegt bei ca. 50 Prozent (homes passed). Besonders die ländlichen Regionen sind bereits weitestgehend flächendeckend mit Glasfaser versorgt.
„Schulen ans Netz“: Erfolgreicher Abschluss des Glasfaseranschlussprojekts
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Landesprojekts „Schulen ans Netz“ im April 2026 haben wir einen Meilenstein der digitalen Bildungsinfrastruktur erreicht: Rund 800 öffentliche Schulen mit insgesamt 954 Standorten verfügen jetzt landesweit über Glasfaseranschlüsse mit mindestens 100 Mbit/s. Insgesamt hat das Land rund 55 Millionen Euro investiert, um die öffentlichen Schulen ans Glasfasernetz anzuschließen.
OZG-Umsetzung und Registermodernisierung
Bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes haben wir ebenfalls wichtige Fortschritte erzielt. Über das Serviceportal Schleswig-Holstein sind die Onlinedienste erreichbar. Gemeinsam mit ITV.SH, den Kommunen und weiteren Dienstleistern haben wir mit der OZG-Cloud eine technische Grundlage für eine effiziente und medienbruchfreie Verwaltungsdigitalisierung geschaffen. Inzwischen sind 110 Kommunen und öffentlich-rechtliche Anstalten an die OZG-Cloud angebunden. Über sie laufen 979 Online-Dienste, rund 170 Anträge gehen täglich ein. Dass die in Schleswig-Holstein entwickelte Lösung auch von anderen Ländern genutzt wird – inzwischen beispielsweise von Bayern – zeigt, dass wir bei der Verwaltungsdigitalisierung über die Landesgrenzen hinaus Impulse setzen.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Registermodernisierung. Schleswig-Holstein beteiligt sich aktiv an diesem zentralen Digitalisierungsvorhaben der deutschen Verwaltung. Ziel ist es, vorhandene Daten innerhalb der gesetzlichen Vorgaben besser zu nutzen und Verwaltungsleistungen dadurch einfacher, schneller und effizienter zu machen. Das Once-Only-Prinzip steht dabei im Mittelpunkt: Liegen Daten der Verwaltung bereits vor, sollen sie mit Einverständnis der Bürgerinnen und Bürger künftig automatisiert zwischen berechtigten Stellen abgerufen werden können. Bei einem Antrag müssen dann nur noch neue oder veränderte Angaben gemacht werden.
Digitaltaugliche Gesetzgebung
Mit dem Digitalcheck haben wir ein neues Instrument eingeführt, mit dem Gesetze, Verordnungen und Förderrichtlinien frühzeitig auf ihre digitale Umsetzbarkeit geprüft werden. Dabei werden die Prinzipien „Digital-by-Design“, „Digital-by-Default“ und „Digital-first“ verankert. Schleswig-Holstein gehört damit gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen und Hessen zu den ersten Ländern, die einen solchen Digitalcheck eingeführt haben.