Bildung & Wissenschaft

Mehr Zeit für Lesen, Schreiben und Rechnen

Lesen, Schreiben und Rechnen sind die Grundlage für erfolgreiches Lernen in allen Fächern. Zur Stärkung der basalen Kompetenzen, besonders in den ersten Schuljahren, schaffen wir schrittweise mehr Unterrichtszeit. Zum Schuljahr 2026/27 haben alle Grundschulen in Jahrgangsstufe 1 jeweils eine zusätzliche Wochenstunde Deutsch und Mathematik erhalten. Über die vier Grundschuljahre steigt das Mindestkontingent damit zunächst in Deutsch auf 26 und in Mathematik auf 22 Wochenstunden.

Der weitere Ausbau ist bereits geplant: Mit dem Haushaltsentwurf 2027 ist vorgesehen, zum Schuljahr 2027/28 auch in Jahrgangsstufe 2 jeweils eine zusätzliche Wochenstunde Deutsch und Mathematik einzuführen. Dafür sind 80 neue Lehrkräftestellen eingeplant. Damit setzen wir die Stärkung der Kernkompetenzen konsequent über mehrere Schuljahre fort.

Unterrichtsversorgung: Verlässlicher Unterricht für alle

Eine gute Schule braucht vor allem eines: verlässlichen Unterricht. Deshalb haben wir die Unterrichtsversorgung in Schleswig-Holstein Schritt für Schritt verbessert. Seit 2020 erreichen wir in allen Schularten mindestens 100 Prozent Unterrichtsversorgung.

Zum Schuljahr 2026/27 haben wir 254 zusätzliche Lehrkräftestellen geschaffen. Damit steigt die Unterrichtsversorgung an weiterführenden Schulen auf 103 Prozent und an Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe sogar auf 104 Prozent. Damit stellen wir sicher, dass weniger Unterricht ausfällt und Schulen ihren Bildungsauftrag zuverlässig erfüllen können.

Digitale Endgeräte an Schulen: Klare Regeln für konzentriertes Lernen 

Digitale Medien gehören zum Alltag junger Menschen und sind auch aus modernen Schulen nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig können insbesondere Smartphones im Schulalltag ablenken, soziale Interaktion beeinträchtigen und Schülerinnen und Schüler mit problematischen Inhalten, Cybermobbing oder unerlaubten Bild- und Tonaufnahmen konfrontieren. Deshalb sorgen wir einerseits für digitale Bildung und schaffen andererseits klare Regeln für die private Nutzung digitaler Endgeräte.

Bereits zum Schuljahr 2023/24 wurden die Grundschulen angehalten, durch ihre Schulkonferenzen verbindliche Regelungen zu treffen, damit digitale Endgeräte während der Schulzeit nicht privat genutzt werden. Seit dem 1. August 2025 gilt ein verbindlicher Rahmen auch für weiterführende Schulen und Förderzentren. Bis einschließlich Jahrgangsstufe 9 ist die private Nutzung von Smartphones grundsätzlich verboten. Dies haben wir auch im Schulgesetz verankert.

Die digitale Schule von morgen

Digitalisierung gehört für uns selbstverständlich zu guter Schule. Dazu gehört u. a. die Lehrkräftebildung im Rahmen des Landesprogramms „Zukunft Schule im digitalen Zeitalter“, und der Weiterentwicklung der digitalen Arbeits- und Lernumgebungen an Schulen, der Zurverfügungstellung einheitlicher Lernmanagementsysteme, aber auch die Erprobung Künstlicher Intelligenz.

Mit dem DigitalPakt 2.0 wird zugleich die technische Weiterentwicklung fortgesetzt. Auf Schleswig-Holstein entfallen bis zu 72,6 Millionen Euro Bundesmittel. Das Land bereitet die konkrete Ausgestaltung und Ausreichung der Mittel vor. Der Förderstart wird für Anfang 2027 angestrebt.

Zusätzlich zur Stärkung der digitalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler wurde nach einer zweijährigen Pilotierung das Fach Informatik zum Schuljahr 2024/25 als Pflichtfach in der Sekundarstufe I an allen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen eingeführt. Vorgesehen sind vier Stunden Informatik innerhalb der Jahrgangsstufen 7 bis 10, wobei die Schulen selbstständig entscheiden können, in welchem Modell sie das Fach anbieten. 

Demokratie lernen, erleben, mitgestalten 

Demokratie ist nicht selbstverständlich. Angesichts gesellschaftlicher Polarisierung, zunehmenden Extremismus und gezielter Desinformation haben wir deshalb im Juni 2025 die Initiative für einen „Pakt für Demokratie“ ergriffen. Demokratiebildung soll nicht bei einzelnen Projekten stehen bleiben, sondern dauerhaft in Schule und Unterricht verankert werden.

Dazu stärken wir insbesondere das Fach Wirtschaft/Politik. Das Mindestkontingent wird von vier auf sechs Jahreswochenstunden erhöht und der Unterricht kann künftig bereits ab Jahrgangsstufe 7 beginnen. Dafür stellt das Land 80 zusätzliche Lehrkräftestellen bereit. Neue Fachanforderungen sollen Demokratiebildung und finanzielle Bildung stärker verankern.

Auch den Rechtsstaat wollen wir für junge Menschen unmittelbar erlebbar machen. Mit Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten im Unterricht erhalten Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse Einblicke in die praktische Arbeit der Justiz. So stärken wir das Verständnis für die Funktionsweise unseres Rechtsstaates und das Vertrauen in unsere Demokratie.

Das Deutschlandticket für Schülerinnen und Schüler

Mit dem Deutschland-Schulticket haben wir jungen Menschen in Schleswig-Holstein ein starkes Angebot für die Mobilitätswende gemacht. Das Ticket baut auf dem bundesweiten Deutschlandticket auf und bringt dessen Vorteile – bundesweite Gültigkeit und unkomplizierte Handhabung als Handy- oder Chipkarten-Ticket – zu einem stark rabattierten Preis zu den Schülerinnen und Schülern.

Das Angebot gilt unter anderem für Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden, privaten und dänischen Schulen, Förderzentren und Vollzeitberufsschulen sowie für Auszubildende in schulischer Ausbildung. Das Land und die Kommunen teilen sich die Finanzierung. Für ein einfaches Verfahren haben wir mit „OLAV“ zudem ein zentrales digitales Antragssystem geschaffen.

Gute Grundlagen: Mehr und bessere Lehrkräfte

Gute Schule braucht ausreichend und gut qualifizierte Lehrkräfte. Mit dem Handlungsplan Lehrkräftegewinnung wurden vier Maßnahmenpakete entwickelt: Schülerinnen und Schüler werden frühzeitig für den Beruf der Lehrerin und des Lehrers interessiert, Studium und Vorbereitungsdienst weiterentwickelt und zusätzliche Wege in den Schuldienst geöffnet. Mit Quer-, Seiten- und Direkteinstieg haben wir auch Menschen mit anderen Bildungs- und Berufsbiografien für die Schulen gewinnen können.

Mit der Allianz für Lehrkräftebildung bringen wir die lehrkräftebildenden Hochschulen, das IQSH, das SHIBB und das Bildungsministerium enger zusammen. Gleichzeitig haben wir Möglichkeiten geschaffen, Lehrkräfte gezielt dort einzusetzen, wo sie besonders gebraucht werden.

Seit dem Schuljahr 2023/24 haben bereits mehr als 1.000 Teilzeitlehrkräfte freiwillig ihre Unterrichtsverpflichtung erhöht. Mit „Abordnung Plus“ unterstützen wir zudem Schulen in Regionen, in denen Stellen besonders schwer zu besetzen sind.

Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein verfügt über international sichtbare Spitzenforschung. Ein besonderer Erfolg ist die erneute Bewilligung der Exzellenzcluster ROOTs und Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Auch neue Forschungsideen wollen wir frühzeitig unterstützen. Deshalb fördern wir seit 2024 mit dem Ideenfonds Forschungsinitiativen auf dem Weg zu größeren Drittmittelanträgen.

Mit dem Promotionskolleg Schleswig-Holstein haben wir die anwendungsorientierte Forschung und den wissenschaftlichen Nachwuchs weiter gestärkt. Ende 2024 erhielt das gemeinsame Kolleg von sieben staatlichen Hochschulen ein eigenes Promotionsrecht.

Seit 2025 können Professorinnen und Professoren der Hochschulen für angewandte Wissenschaften dort Promotionen erstverantwortlich betreuen und begutachten. Damit stärken wir die wissenschaftlichen Karrierewege an den Hochschulen im Land und eröffnen zusätzliche Perspektiven für den akademischen Nachwuchs.

Mehr als eine Milliarde für moderne Wissenschaft

Gute Forschung und gute Lehre brauchen moderne Gebäude, Labore und technische Infrastruktur. Deshalb haben wir die Investitionen in den Hochschulbau deutlich ausgeweitet. In den vergangenen vier Jahren hat das Land mehr als eine Milliarde Euro für den Hochschulbau auf den Weg gebracht.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Forschungsinfrastruktur. Auf dem Kieler Medizin-Campus entstehen für rund 150 Millionen Euro zwei neue Forschungszentren mit zusammen rund 9.400 m² moderner Forschungsfläche. In Lübeck stärkt ein neues KI-Rechenzentrum die Forschungsinfrastruktur, die von Hochschulen und Forschungseinrichtungen im ganzen Land genutzt werden kann.

Auch die Fachhochschulen profitieren: An der HAW Kiel entsteht mit LEA.SH ein neues Forschungszentrum für Leistungselektronik und Energiewende. An der FH Westküste in Heide wurde 2026 ein neues Mehrzweckgebäude eröffnet.

Querverweise

  • Abschluss des Projekts "Schule ans Netz": gehe zu Digitalisierung & KI