Förderung in Schleswig-Holstein gut aufgestellt
SPD zeigt einmal mehr Unkenntnis im Finanzbereich
Ole-Christopher Plambeck begann seine Rede heute im Landtag mit einem Dank an die Berufsgruppe der Steuerberater im Land: „Sie sind derzeit vor allem als Krisenberater, aber auch als Lebensberater im Einsatz.“
Viele Betriebe seien derzeit hart vom Lockdown getroffen. Die Krise habe allerdings bei den meisten Betrieben auch schon in den letzten Monaten für einen erheblichen Umsatzrückgang gesorgt. Viele Unternehmer wüssten nicht mehr weiter.
„Der Steuerberater ist dann oft der erste Ansprechpartner und muss dem Unternehmer, egal ob Einzelhändler, Restaurantbetreiber oder viele andere, am Telefon nicht nur mit harten Fakten zu den Hilfen, sondern auch tröstend zur Seite stehen. Lassen Sie mich Ihnen sagen: Man bekommt schon ein mulmiges Gefühl, wenn ein gestandener Unternehmer vor einem sitzt und die Tränen nicht mehr bei sich halten kann. Das ist nicht einfach. Und die Beantragung und Abwicklung der Wirtschaftshilfen ist auch kein Selbstgänger“, so der Abgeordnete.
Kurzarbeitergeld, KfW-Kredite, Überbrückungshilfen, November-Hilfe, Dezember-Hilfe oder Steuerstundungsanträge. In den Steuerbüros arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Hochtouren, stellen Berechnungen an, erstellen Auswertungen und beantragen über das Portal des Bundes die entsprechenden Hilfen. Insgesamt müsse man feststellen, dass eine viel zu große Bürokratie rund um die vielen unterschiedlichen Hilfen aufgebaut worden sei.
Plambecks Dank richtete sich aber auch an die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IB.SH, der Ministerien und vor allem auch der Finanzämter. Sein Appell jedoch: „Zukünftig sollten nicht mehr so viele unterschiedliche Förderprogramme parallel laufen. Es braucht einheitliche Förderkriterien und einheitliche Regelungen für die Berücksichtigung von Umsatzeinbrüchen, Fixkosten und Förderzeiträumen. Entscheidend ist außerdem, dass die Hilfen schnell auf den Konten der Betroffenen eingehen, denn teilweise ist es eine Frage von Tagen, ob ein Unternehmen überlebt oder nicht.“ Insgesamt habe er aber den Eindruck, dass Schleswig-Holstein bei der Förderung, insbesondere dank der Landesregierung, gut aufgestellt ist.
„Und als hätten wir in dieser Zeit nicht schon genügend Themen, kommt die SPD mit einem Antrag um die Ecke und will die Zinsen auf Dispokredite einschränken. Das scheint sich auf dem ersten Blick verbraucherfreundlich anzuhören, zeigt aber den absolut mangelnden Sachverstand der SPD bei diesem Thema“, so Plambeck. Dabei sitze die Antragstellerin selbst als Mitglied im Verwaltungsrat einer Sparkasse. Wenn der Kontokorrentrahmen unerwartet überschritten werde, sei die Bank verpflichtet, diesen Betrag komplett mit Eigenkapital zu hinterlegen. Die Bank trage das volle Risiko. Die Banken würden hier mal wieder in ein sehr einseitiges Licht gerückt. „In dieser Wirtschaftskrise brauchen wir die Banken, insbesondere unsere Sparkassen und Genossenschaftsbanken als verlässliche Partner für unsere Unternehmen im Land“, so Plambeck abschließend.