Beschwerdestelle hat sich bewährt
Verbindliches Konzept notwendig, um zukünftiges Leiden zu verhindern
Die Ergebnisse der Beschwerdestelle für Kinder und Jugendliche zeigten, wie Kinderschutz während der medizinischen Behandlung und sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche wirkungsvoll thematisiert und diesen vorgebeugt werden könne, so Katja Rathje-Hoffmann heute im Plenum.
Dass diese Ombudsstelle notwendig sei, könne man an der Zahl der Eingaben leicht erkennen, von denen Rathje-Hoffmann einzelne vorstellte. Die Zahl der Eingaben würden deutlich zeigen, dass die Beschwerdestelle wahr- und angenommen werde.
Neu sei auch der Online-Zugang zur Beschwerdestelle – unter www.beschwerdich.sh könnten sich Kinder und Jugendliche allgemeine Infos und eine Selbsteinschätzung ihrer Lage einholen. Zudem gebe es einen Zugang zur Beratung durch Messanger-Dienste, wie WhatsApp oder Threema.
Die Arbeit finde auch in den Einrichtungen statt, sowohl für die Kinder und Jugendlichen als auch für die dort arbeitenden Fachkräfte. Es gebe qualifizierte Inhouse-Angebote, besonders in den Kreisen mit vielen stationären Einrichtungen. Diese wichtige Arbeit direkt am Kind müsse auch nach dem Auslaufen der Förderung durch die Aktion Mensch fortgesetzt werden. Deswegen setze das Land diese Unterstützung mit jährlich 60.000 Euro fort.
Rathje-Hoffmann: „Kinderschutz auch in den Schulen zu fördern, ist ebenfalls unsere Absicht. Bereits Ende September letzten Jahres haben wir im Landtag beschlossen, das IQSH zu beauftragen, ein Schutzkonzept zur Erstellung eines Leitfadens gegen Gewalt und insbesondere sexualisierte Gewalt an Schulen. Konsequenter Kinderschutz ist unser Ziel und das bedeutet auch, dass sich dieser Leitgedanke im Bereich der medizinischen Versorgung von Kindern fortsetzt.“
Auf Bundesebene müsse sich die Politik für eine gesetzliche Anpassung im SGB V einsetzen, um den besonderen Schutz von Kindern und Jugendlichen durch eigene Schutzkonzepte im medizinischen Bereich festzuschreiben und zu gewährleisten. Ein verbindliches Konzept erhöhe die Sicherheit, denn je früher Auffälligkeiten festgestellt würden, desto schneller könne auch geholfen und Leiden verhindert werden, so die Abgeordnete abschließend.