Schleswig-Holstein ist Landwirtschaftsland
Auf der 76. Landwirtschafts- und Verbrauchermesse in Rendsburg kommen Landwirtinnen und Landwirte, Unternehmen, Verbände, Fachleute und Verbraucher zusammen. Für uns als CDU-Landtagsfraktion ist die NORLA deshalb mehr als eine Messe: Sie ist ein wichtiger Ort für Austausch, Anerkennung und den Blick auf die Zukunft unserer Landwirtschaft.
„Ich bin Fan unserer Landwirtschaft“, hat Ministerpräsident Daniel Günther bei der Eröffnung der NORLA gesagt. Denn unsere Betriebe wollen den Wandel nicht aufhalten, viele treiben ihn selbst voran. Sie investieren, setzen moderne Technik ein und entwickeln ihre Betriebe weiter. Gleichzeitig stehen sie vor erheblichen Herausforderungen: gestiegene Kosten, volatile Märkte, Klimarisiken, wachsende Anforderungen und bürokratische Vorgaben belasten die wirtschaftlichen Spielräume.
Für uns als CDU ist die Antwort klar: Wir wollen eine Landwirtschaft, die wirtschaftlich erfolgreich ist und auch der nächsten Generation eine Perspektive bietet. Dafür brauchen unsere Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen, faire Wettbewerbsbedingungen und mehr Raum für eigene Entscheidungen.
Politik muss sich an der Lebenswirklichkeit auf den Höfen orientieren. Wo Schleswig-Holstein selbst Handlungsspielräume hat, wollen wir sie nutzen. Das gilt beispielsweise bei der Knickpflege, beim Umgang mit Problem-Wölfen oder bei Düngung auf auftauenden Böden.
Gleichzeitig treiben wir den Bürokratieabbau weiter voran. Gemeinsam mit Landwirtschaftskammer und Bauernverband arbeitet das Land daran, Dokumentationspflichten zu reduzieren und Verfahren zu beschleunigen. Ein zentrales Datenportal soll künftig helfen, dass Angaben möglichst nur noch einmal gemacht werden müssen. Denn unsere Landwirtinnen und Landwirte sollen ihre Zeit für ihre Tiere und ihre Betriebe einsetzen können und nicht für doppelte Meldungen und unnötige Verwaltungsarbeit.
Die vergangenen Jahre haben deutlich gemacht, wie wichtig eine leistungsfähige heimische Landwirtschaft und sichere regionale Lebensmittelversorgung sind. Kriege, gestörte Lieferketten und Klimarisiken zeigen, dass eine heimische Landwirtschaft für die Ernährungssicherheit in Schleswig-Holstein braucht.
Deshalb stehen wir zur Landwirtschaft in Schleswig-Holstein. Zusätzliche Leistungen für Tierwohl, Klima- und Umweltschutz müssen angemessen honoriert werden. Gleichzeitig brauchen unsere Betriebe faire Wettbewerbsbedingungen. Hohe Standards dürfen nicht dazu führen, dass die Produktion aus Schleswig-Holstein verschwindet und stattdessen unter schlechteren Bedingungen im Ausland stattfindet.
Ein besonderer Schwerpunkt ist deshalb die Zukunft der Nutztierhaltung. Rund 71 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Schleswig-Holstein halten Nutztiere; mehr als die Hälfte des landwirtschaftlichen Produktionswertes entfällt auf tierische Erzeugnisse.
Mit dem Perspektivpapier „Landwirtschaftliche Tierhaltung 2040 in Schleswig-Holstein“ hat das Landwirtschaftsministerium unter unserer Ministerin und Abgeordneten Cornelia Schmachtenberg in dieser Woche deshalb einen wichtigen Orientierungsrahmen vorgelegt. Das Ziel: Tierhaltung soll auch 2040 eine starke Zukunft in Schleswig-Holstein haben.
Dafür braucht es verlässliche Förderung und praxistaugliche Genehmigungsverfahren. Das Land unterstützt beispielsweise Stallumbauten mit einer Förderung von bis zu 40 Prozent der Umbaukosten. Gleichzeitig werden Verfahren weiterentwickelt und einheitliche Maßstäbe für die zuständigen Behörden erarbeitet. Denn Tierwohl darf nicht daran scheitern, dass notwendige Stallumbauten jahrelang auf Genehmigungen warten.
Zur Zukunft unserer Landwirtschaft gehören aber nicht nur Tierhaltung und Bürokratieabbau. Auch der Umgang mit Klimawandel und Natur, der Schutz von Weidetieren, der Ausgleich von Gänsefraßschäden und die Stärkung regionaler Wertschöpfung sind wichtige Themen. Mit dem Kompetenzzentrum für klimaeffiziente Landwirtschaft unterstützt das Land die Betriebe seit Jahren bei Anpassung, Forschung und Beratung.
Viele Entscheidungen werden weiterhin in Berlin oder Brüssel getroffen. Auch dort wird sich Schleswig-Holstein für verlässliche Standards, faire Wettbewerbsbedingungen und eine angemessene Finanzierung der Landwirtschaft einsetzen.
Schleswig-Holstein ist Landwirtschaftsland, das beweist die NORLA jedes Jahr aufs Neue. Unsere Landwirtinnen und Landwirte übernehmen Verantwortung, investieren in ihre Zukunft und halten unser Land mit ihrer Arbeit am Laufen. Dafür verdienen sie Anerkennung, aber vor allem verlässliche politische Rahmenbedingungen.
Als CDU-Landtagsfraktion freuen wir uns auf die vielen Gespräche und Begegnungen auf der NORLA. Kommen Sie gerne an unserem Stand vorbei und diskutieren Sie mit unseren Abgeordneten über die Zukunft von Landwirtschaft und unserer ländlichen Räume in Schleswig-Holstein.