| Nr. 190/08

zu TOP 67: Die Erfahrungen mit G-8 sind positiv

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Es gilt das gesprochene Wort

Zu allererst möchte ich den Mitarbeitern des MBF für die Erstellung dieses Berichtes herzlich danken.
Die CDU hat sich seit längerem für G 8 und das Abitur nach zwölf Schuljahren in Schleswig-Holstein ausgesprochen. Ich freue mich sehr, dass dieses Ziel in den Koalitionsvertrag aufgenommen worden ist und es mit dem kommenden Schuljahr nun zu einem flächendeckenden G 8-Angebot in Schleswig-Holstein kommen wird. G 8 darf natürlich nicht allein und losgelöst von der Reform der gymnasialen Oberstufe - der Profiloberstufe – gesehen werden. Die für die CDU wichtige Einführung von Schulprofilen wird zukünftig auch eine breite Grundlagenbildung garantieren. Die zu erarbeitenden Lerninhalte werden verbindlicher und das Leistungsniveau wird steigen. Eine höhere Studierfähigkeit unserer Abiturienten wird damit gewährleistet

Nun machen Reformen den Menschen häufig Angst, weil es eben Neuerungen sind und eine Abkehr vom Alten, vom Traditionellen bedeuten. Auffallend ist, dass die Schulen oder Schulleiter, die zum kommenden Schuljahr mit G 8 beginnen werden, stöhnen, wie im Flensburger Tageblatt vom 23. April nachzulesen ist. Die Schulleiter der bereits eingeführten G 8-Züge ebenso wie der Schulleiter des vollständigen G 8-Gymnasiums in Neumünster bewerten jedoch die Verkürzung des gymnasialen Bildungsganges positiv, übrigens ebenso wie die Einführung der zweiten Fremdsprache ab Klasse 6.

Auch der vorliegende Bericht bestätigt hier die positiven Erfahrungen in Schleswig-Holstein und zeigt zudem, wie erfolgreich das G 8-Modell in den anderen Bundesländern umgesetzt wird. Auch zeigt der Bericht, dass Weichen gestellt werden und Angebote gemacht werden, um die Schulen und Lehrkräfte bei der Umsetzung von G 8 zu unterstützen, 36 neue Planstellen stehen für den ersten Jahrgang zur Verfügung.

Zudem belegt der Bericht, dass trotz der kommenden Verkürzung der Schulzeit um ein ganzes Jahr, die Erhöhung der Wochenstundenzahl in den Jahrgangsstufen 5 – 9 auf durchschnittlich zwei beschränkt ist. Die jüngeren Kinder werden also nicht über Gebühr belastet. Und es bleibt nach aller bisherigen Erfahrung genügend Zeit für die bisher ausgeübten Hobbys am Nachmittag. Dass es auch zu Unterricht am Nachmittag, vor allem in den höheren Klassen, kommen wird, ist nicht auszuschließen. Über die einzelnen zeitlichen Aufteilungen werden aber auch die jeweiligen Schulkonferenzen entscheiden. Ich darf darauf hinweisen, dass die jetzigen Oberstufen des Gymnasiums in der Regel auch heute schon Unterricht am Nachmittag erhalten.

Wir sprechen uns für Ganztagsangebote an Gymnasien aus und entsprechen damit auch dem Wunschtrend nach solchen Offerten. Bereits 63 der 99 Gymnasien machen jetzt Ganztagsangebote, eine Mittagsverpflegung wird bereits an 89 Gymnasien angeboten. Ich bin der festen Überzeugung, dass auch die restlichen Schulen – wenn der Bedarf besteht – ihr Angebot ausweiten werden, wie sie das bisher auch ohne staatliche Aufforderung oder staatlichen Befehl getan haben.

Eine Entrümpelung der Lehrpläne, wie sie pauschal immer gefordert wird, ist nicht notwendig:
1. Weil es in Schleswig-Holstein seit 1998 schon keine Stoff-, sondern nur noch Rahmenlehrpläne gibt und
2. die Schulzeit zwar um ein Jahr verkürzt, die tatsächliche Unterrichtszeit (Jahreswochenstunden) der neun Jahre lediglich auf acht Jahre verteilt werden. Es bleibt also wie bisher ausreichend Zeit zum Lernen.

Ganz wichtig ist es uns, dass keine einzelne Schule sich bei der Umstellung auf G 8 allein gelassen fühlt. Meine Fraktion wird die Einführung von G 8 sowie der Profiloberstufe unterstützen und den Lehrkräften, Schülerinnen, Schülern und Eltern die notwendige Zeit für die Realisierungen zugestehen. In diesem Sinne werden wir in den folgenden Monaten ganz genau die Reformen begleiten.

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Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
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