| Nr. 087/09

zu TOP 23: Karriere kann man nicht per Erlaß vorschreiben

Es gilt das gesprochene Wort
Sperrfrist Redebeginn

Mehr Frauen in Führung, diese Forderung besteht nun schon seit vielen Jahren.

Tatsächlich ist Deutschland, was die Quote von Frauen in Führungspositionen betrifft, noch immer ein Entwicklungsland.

Während es in den USA inzwischen selbstverständlich ist, dass Konzerne wie Pepsi oder Kraft Foods von Frauen gelenkt werden, muss man hierzulande nach derart hochplatzierten Topmanagerinnen lange suchen.

Gerade einmal eine Frau hat es in die Vorstandsriegen der DAX-30 Unternehmen geschafft.

Auch die 200 größten deutschen Firmen sind fest in männlicher Hand.

Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung wurde nur ein Prozent aller Vorstandsposten mit Frauen besetzt.

Mehr als die Hälfte der topausgebildeten jungen Menschen sind Frauen. Doch kaum eine kommt Oben an.

Woran liegt es ……….

Karrieren kann man nicht per Erlass vorschreiben, Frauen in Chefetagen auch nicht.
Und damit komme ich zu Ihrem Antrag: Mehr Frauen in Führung:

In Ihrer Begründung führen Sie die aktuelle Bundestagsanhörung zur Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen an.

Laut Bundestagsabgeordneten Johannes Singhammer will die CDU die Entgeltgleichheit umsetzen.

Die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit ist aber bereits Inhalt des von der Berliner Koalition eingebrachten Antrags, Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt stärken.

Der Antrag umfasst 21 Forderungen zur Realisierung der Chancengleichheit für Frauen im Beruf.

Leider kann man in 5 Minuten nicht die Forderungen diskutieren. Aber das Thema „Teilzeitarbeitsplätze“ das in Ihrer Begründung großen Raum einnimmt, findet sich im Antrag der Berliner Koalition wieder.

Der Unterschied zu den Forderungen in Ihrem Antrag, wir setzen bei den Maßnahmen auf Freiwilligkeit.

Rechtsvorschriften haben wir bereits genug. Jedes Land hat ein Gleichstellungs- oder Frauenfördergesetz, es gibt dazu flächendeckend Gleichstellungsbeauftragte. Wir haben ein Antidiskriminierungsgesetz und ein Bundesgleichstellungsgesetz. Diese Rechtsvorschriften regeln bereits die von Ihnen angesprochenen Punkte.

Zu Punkt 4 des Antrags über den noch ausstehenden dritten Gleichstellungsbericht zur Durchführung des Schleswig-Holsteinischen Gleichstellungsgesetzes wird uns bestimmt die Ministerin etwas sagen können!

In Punkt 7 – fordern Sie den Landtag auf, sich auf Bundesebene durch eine Bundesratsinitiative für gesetzliche Regelungen einzusetzen, die auch die Privatwirtschaft zu verbindlichen Gleichstellungsmaßnahmen in ihrer Personalentwicklung verpflichten.

Das lehnen wir ab. Ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft fand selbst 1998 in der rot-grünen Koalition des Bundestages keine Mehrheit. Der ständige Ruf nach Sanktionen und Quoten, die die Kollegen von Bündnis 90/Die Grünen diesmal für Gremien des Landes und Bundes fordern, werden der Situation mit all ihren Facetten nicht gerecht.

Ich möchte die Kolleginnen und Kollegen darauf hinweisen, dass eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft gerade erst belegt hat, dass die Mehrheit der Befragten gegen eine Quotenregelung in der Privatwirtschaft ist.

Interessant daran ist, dass eine Quotenregelung weder unter den Frauen noch unter den Grünen-Wählern eine Mehrheit findet!

Es wird Zeit, dass ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft und besonders in der Wirtschaft einsetzt.

Frauen in Führungspositionen sind eine große Chance für jedes Unternehmen, Frauen sind hoch qualifizierte, leistungsfähige, ehrgeizige, motivierte und kompetente Partner im Berufsleben, die vielfältige Fähigkeiten besitzen. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in Deutschland können Unternehmen heute und in Zukunft nicht mehr auf das hohe Qualifikationsniveau von Frauen verzichten – und sollten deshalb endlich wach werden und handeln!

Die Frauen warten darauf!

Wir beantragen die Überweisung in den Sozialausschuss. In 10 Tagen, am 08. März ist Frauentag. Lassen Sie uns deshalb gemeinsam daran arbeiten, dass jeder Tag ein bisschen mehr Frauentag wird. Und wir wünschen unseren Männern, dass ihnen 2010 gelingt, was unsere Frauen schon geschafft haben:

Fußballweltmeister zu werden.

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Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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