Johannes Callsen

Johannes Callsen
Minderheitenbeauftragter der Ministerpräsidenten

| Nr. 157/14

zu TOP 22: Wir brauchen einen klaren Blick und eine solide Zahlengrundlage

Es gilt das gesprochene Wort
Sperrfrist Redebeginn

Theater sind die kulturelle Seele einer Gesellschaft. Unsere Theater in Kiel und Lübeck und das Landestheater sowie viele kleine ehrenamtliche Theatergruppen leisten einen wichtigen Beitrag für das kulturelle Angebot in der Fläche, in Stadt und Land.

Das Theaterkonzept der Kulturministerin hat die Bedeutung der Theater zwar zutreffend beschrieben. Leider ging das Konzept kaum über eine Zustandsbeschreibung hinaus. Deswegen ist der Ansatz der Piraten, mit einer externen Evaluierung die Weichen für die Zukunft zu stellen, im Grundsatz richtig. Dabei geht es aktuell natürlich um das Schleswig-Holsteinische Landestheater.

Um eines vorwegzunehmen:
Die CDU-Landtagsfraktion steht zum Landestheater in Schleswig. Das steht außer Frage. Auch wenn SPD und SSW gerne etwas anderes behaupten.

Darum sage ich an dieser Stelle ganz klar:
Wir wollen das Landestheater am Standort Schleswig erhalten. Und wir wollen ein solides Theatergebäude. Solide sowohl in seiner Bausubstanz als auch in seiner Finanzierung. Denn nur ein starkes Fundament sorgt auch für die nötige Stabilität. Deswegen haben wir uns nach der Sperrung des Schleswiger Theaters um Lösungen bemüht.

Kurzfristig Millionenbeträge bereitzustellen war aber nicht möglich:
Der Haushalt 2012 war beschlossen, die EU-Förderprogramme waren ebenso ausgebucht wie der KiF. Deshalb mussten wir auf die neue Förderperiode ab 2014 hinweisen und haben eine ÖPP ins Spiel gebracht. Das war aber politisch nicht gewollt.

Liebe Anke Spoorendonk, ich erkenne ausdrücklich Ihren Willen zu einer Lösung für das Schleswiger Theater an. Aber es ist keinem geholfen, einen Theaterneubau zu beschließen, der die Stadt Schleswig finanziell überfordert. Es ist keinem geholfen, die Hilfe des Landes an bestimmte Standorte zu koppeln.

Und im Wesentlichen ist es der Solidarität der kommunalen Spitzenverbände zu verdanken, dass Schleswig mit dem Problem nicht alleine da steht. Dies gilt es ausdrücklich anzuerkennen. Es passiert ja nicht sehr häufig, dass ich einer Regierungsfraktion zustimmen kann. Aber in diesem Fall haben die GRÜNEN ja Recht: Katzenjammer hilft uns hier nicht weiter!

Ich appelliere daher an alle, sich konstruktiv für die Sicherung des Theaters in Schleswig einzubringen. Dazu gehört eine sorgfältige Auswertung der Statik-Berechnungen und Kostenschätzungen. Dazu gehört Einvernehmen darüber, was baulich notwendig und wünschenswert ist. Und dazu gehört, was finanziell tragbar ist.

Das ist die Aufgabe der Verantwortlichen in Schleswig. Und mein Eindruck ist, dass sich alle dieser Aufgabe stellen, um den Theaterstandort Schleswig, das Landestheater und die Arbeitsplätze zu erhalten. Wir brauchen einen klaren Blick und eine solide Zahlengrundlage – das gilt für das Theater in Schleswig ebenso wie für unsere Theaterlandschaft im Allgemeinen.

Aus diesem Grund ist es nur richtig, die Theater in Schleswig-Holstein von einem unabhängigen Gutachter zu evaluieren und den Fragen nachzugehen:

Was braucht ein Theater? Welche Bedarfe gibt es? Welche Ansprüche gibt es an ein Theater? Und auch: Wie kann es finanziert werden?

Der Antrag der Piraten kann hierfür eine gute Grundlage sein.

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Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
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