Heike Franzen
Bildungspolitik

| Nr. 488/13

Wende will ihr Weltbild ohne Rücksicht auf Verluste in Gesetzesform gießen

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Heike Franzen, hat Bildungsministerin Professor Waltraud Wende heute (10. September 2013) nach deren Präsentation eines Schulgesetzentwurfes vorgeworfen, ihr Weltbild ohne Rücksicht auf Verluste in Gesetzesform gießen zu wollen.

„Wende hat keine Ahnung, wie sie die drängenden Probleme an unseren Schulen in ihrer neuen Struktur lösen will. Das hindert sie nicht daran, unseren Lehrern, Eltern und Schülern eine erneute Schulstrukturreform zuzumuten“, so Franzen.

Spätestens mit dem Bekanntwerden der jüngsten KESS-Studie aus Hamburg hätte Wende darüber hinaus erkennen müssen, dass sie mit ihrem Gesetzentwurf auf dem Holzweg sei.

„Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Lernrückstände der Schüler, die bis zur zehnten Klasse in gemischten Lerngruppen unterrichtet werden, können diese in der Oberstufe nicht mehr aufholen. Das muss auch Frau Wende wissen. Es hindert sie nicht, genau diesen Weg für Schleswig-Holsteins Schulen vorzuschreiben. Die Leidtragenden dieses missionarischen Eifers werden die Kinder sein“, so Franzen.

Auch für kleine Schulen im ländlichen Raum seien die Folgen dramatisch: „Um den höheren Lehrerbedarf der Gemeinschaftsschulen insbesondere für die Kleinstoberstufen zu decken, schließt Wende kleine Schulen. Dabei gibt es ausreichend Schulplätze an den allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien. Ohne Not macht Wende kleine Grund- und Regionalschulen platt“, so Franzen. Allein für ihre 20 Kleinstoberstufen benötige Wende bis 2017 mindestens 210 zusätzliche Lehrerplanstellen. Im gleichen Zeitraum wolle sie nach eigenen Angaben 1373 Stellen streichen.

„Das geht zu Lasten der Qualität, die Wende angeblich doch verbessern will“, so Franzen.

Dass die Ministerin die Vorstellung ihres Gesetzentwurfes in Kenntnis der deutlichen Kritik daran mit den Worten „So viel Konsens gab es nie“ einleitete, zeige die selektive Wahrnehmung der Ministerin. Besonders deutlich werde dies in der Frage, wie Wende den berechtigten öffentlichen Aufschrei gegen ihren Verzicht auf den Bildungs- und Erziehungsauftrag im Gesetz abzumildern versuche. An der Schule sollten die Schüler auch lernen, ihr Weltbild in Frage zu stellen. Unter anderem deswegen sei die Änderung nötig.

Franzen dazu: „Die erste, die ihr Weltbild in Frage stellen muss, ist Professor Waltraud Wende. Hätte sie das getan, dann wäre dieser Gesetzentwurf nie vorgelegt worden.“

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