Asylkompromiss: CDU fordert Aktuelle Stunde ein
Landesregierung will sich Hintertür offenhalten
Der Zickzackkurs der Albig-Regierung in der Asylpolitik nimmt kein Ende. Beim jetzt vereinbarten Kompromiss zwischen Berlin und den Ländern, ist nicht klar, ob Schleswig-Holstein alle Punkte auch tatsächlich umsetzen wird. Zudem entschied das Landeskabinett in dieser Woche, einen pauschalen Abschiebestopp nach Afghanistan zu verhängen.
Ziel des Maßnahmenpakets des Bundes ist es, abgelehnte Asylbewerber schneller in ihre Heimatländer zurückzuführen. Ministerpräsident Albig hatte das Paket zwar mitverhandelt und beschlossen, sein Innenminister verwies in seinen Pressestatements jedoch darauf, dass sich die Landesregierung eine Hintertür offenhalte. Zitat von Studt: „Der von der Bundesregierung angekündigte Gesetzentwurf zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht kann erst im Lichte konkreter Formulierung abschließend bewertet werden“. Die CDU-Fraktion verlangt Aufklärung und hat eine Aktuelle Stunde für die kommende Landtagssitzung beantragt.
„Ministerpräsident Albig muss den Menschen klar sagen, durch welche Maßnahmen seine Landesregierung das Ziel, Ausreisepflichtige und vor allem Gefährder zügig in ihre Heimatländer zurückzuführen, erreichen will“, betonte CDU-Fraktionschef Daniel Günther. Anders als von anderen Bundesländern sei nichts über eine Protokollerklärung Schleswig-Holsteins bekannt geworden, die die Zustimmung im Bundesrat in Frage stelle.
Zu den beschlossenen Maßnahmen zählen die Verlängerung des Ausreisegewahrsams, die Einrichtung von Ausreisezentren und die Schaffung einer ausreichenden Zahl von Abschiebungshaftplätzen.
Der rot-grün-blaue Ausreisestopp nach Afghanistan löste bei der CDU-Fraktion Kopfschütteln aus. „Kein anderes europäisches Land hat die Abschiebungen nach Afghanistan gestoppt. Ganz offensichtlich ist der pauschale Abschiebestopp der Albig-Regierung also in der Sache unbegründet“, erklärte CDU-Fraktionschef Günther. Auch die Ausreisezahlen würden einen pauschalen Rückführungsstopp nicht rechtfertigen. So seien im vergangenen Jahr 188 afghanische Staatsbürger aus Schleswig-Holstein freiwillig nach Afghanistan zurückgekehrt. „Das passt mit der pauschalen Behauptung der Albig-Regierung, Abschiebungen dorthin seien in Würde und Sicherheit unmöglich, nicht zusammen“, so Günther. Selbst aus Pakistan seien im Jahr 2016 eine Million Menschen nach Afghanistan zurückgekehrt.