CDU fordert größere Abstände zu Windkraftanlagen
Debatte über Windpläne der Albig-Regierung
Nachdem die Albig-Regierung die Windenergiepläne nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes massiv überarbeitet hatte, hatten viele Beobachter für diese Plenartagung eine Regierungserklärung zu diesem Thema erwartet. Diese blieb jedoch aus, was der CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Günther massiv kritisierte.
Dass die Planungen überhaupt Thema im Landtag waren, ist allein der CDU zu verdanken. Dieser hatte entsprechende Anträge eingereicht.
In seiner Rede warf Günther dem Ministerpräsidenten vor, seine Planungen als alternativlos zu bezeichnen. Bei der Vorstellung in der vergangenen Woche hatte Albig behauptet, mit größeren Abständen wäre die Windkraftnutzung in Schleswig-Holstein nicht mehr möglich.
Günther erinnerte Albig an ein Zitat aus dem Sommer. Damals hatte der Ministerpräsident gesagt: „Größere Abstände sind natürlich wünschenswert. Nur, je größer der Abstand, umso mehr geht das auf Kosten des Natur- oder Landschaftsschutzes, was ich für falsch hielte.“
Günther entgegnete in der Debatte: „Das ist Ihre Prioritätensetzung. Wir haben eine andere. Einer Diskussion darüber weichen Sie aus.“ SPD, Grüne und SSW würden einfach jeden Vorschlag ohne Diskussion ablehnen; sogar eine mündliche Anhörung sei an ihrem Widerstand gescheitert. In Schleswig-Holstein habe es lange Zeit eine große Akzeptanz der Windenergie und der damit einhergehenden Belastungen gegeben. „Diese Akzeptanz haben Sie aber durch die Art und Weise, wie Sie hier verfahren, aufs Spiel gesetzt“, so Günther.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende zählte die von der Landesregierung gesetzten Prioritäten auf: „Da wären Denkmalschutz, mögliche und weniger mögliche Neststandorte von bedrohten und nicht so bedrohten Vögeln, Schlafgewässer und Futtergebiete und die Routen dazwischen, Sichtachsen auf Altstädte und auf Kulturdenkmäler, und Kulturdenkmäler überhaupt. Und irgendwann, ganz am Ende dieser langen Liste an schützenswerten Objekten, kommt - oh Wunder - dann der Mensch.“
Es sei nicht einmal geprüft worden, wo die besten Windbedingungen herrschten. „Dabei muss man nicht unbedingt ein Wetterexperte sein, um zu wissen, dass Standorte an den Küsten mehr Wind aufweisen als Standorte im Binnenland. Dieses Ergebnis hätten Sie auch bekommen, hätten Sie gefragt. Allerdings hätte Ihnen das nicht sonderlich gut in Ihr Konzept gepasst. Denn den Forderungen von den Grünen, den Küstenstreifen von Windenergie freizuhalten, hätten Sie damit nicht entsprechen können“, so Günther.
Die Zukunft der Windkraft liege seiner Auffassung nach nicht an Land, sondern im Offshore-Bereich, zumal die Produktionskosten dort mitlerweile kaum höher seien.. Ziel der CDU sei, bei der Offshore-Winderzeugung in den kommenden Jahren deutlich zuzulegen. „Wenn wir dieses Potential nutzen, entlastet dies nicht nur die Menschen, sondern wir können langfristig auch unsere Ausbauziele erreichen“, so Günther.
Die CDU habe in der Debatte eine ganze Reihe von Maßnahmen vorgestellt, um den Überschussstrom in unserem Land zu nutzen, unsere Industrie zu stärken und Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein zu sichern.