Feierstunde im Landtag
9. November: Licht und Schatten der deutschen Geschichte
Feierstunde im Landtag statt Plenardebatte: Landtagspräsident Klaus Schlie und Monika Heinold als stellvertretende Ministerpräsidentin für die Landesregierung luden am heutigen Freitag zur Gedenkveranstaltung zum 9. November in den Plenarsaal des Schleswig-Holsteinischen Landtags ein.
Licht und Schatten konstatierte Heinold diesem Datum in der Geschichte der Deutschen. Matrosenaufstand 1918 und Mauerfall 1989 stünden für den Mut, sich für Frieden, Menschenrechte und Demokratie einzusetzen. Der 9. November 1938 hingegen stünde für eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Vergangenheit, die Reichsprogromnacht.
„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit“, mahnte Schlie. „Es sei fatal zu glauben, man könne im Abseits stehen, ohne eigene Haltung und ohne eigenen Einsatz. Das ist mit Blick auf das heutige Datum niemals eine Option für Demokraten.“
Tief in die Ereignisse eines jener Weichenstellungen stieg Festredner Prof. Dr. Herfried Münkler vom Lehrstuhl Theorie der Politik der Humboldt-Universität zu Berlin ein. Er wählte den November 1918, als in nur wenigen Wochen die politische Ordnung neu verhandelt wurde und der Keim für die spätere Entwicklung gelegt wurde, die in einem traurigen Höhepunkt - wiederum am 9. November - 1938 in der Reichsprogromnacht gipfelte und schließlich in die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs führte.
Begleitet wurde die Feierstunde durch Musikbeiträge der Musikhochschule Lübeck unter der Leitung von Prof. Bernd Ruf.