Erster Jamaika-Haushalt stellt Weichen für die Zukunft
Schuldenabbau bei gleichzeitig fast 10 Prozent Investitionsquote
Voll des Lobes ist der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Tobias Koch, für den Haushaltsentwurf der Koalitionspartner, den Finanzministerin Monika Heinold heute (13.12.2017) im Plenum vorstellte.
„Er zeigt, wie gut Jamaika funktioniert“, so Koch. Solidität werde mit der Lösung von Problemen des Landes verbunden: 185 Millionen Euro Schuldenabbau stünden für die Konsolidierung des Haushalts, das Investitionsvolumen steige auf eine Summe von über eine Milliarde Euro und stünde somit für eine generationsgerechte Zukunft des Landes. „Die Investitionsquote erreicht wieder neun Prozent, nachdem sie in den vergangenen Jahren unter sieben Prozent gefallen war“, so der Fraktionsvorsitzende.
Wichtig sei auch, die bisherige Begrenzung des Impuls-Sondervermögens abzuschaffen, denn so könne der strukturelle Teil des Haushaltsüberschusses vollständig dorthin überführt werden. Möglich werde letztlich eine Investitionsquote von zehn Prozent im ersten Jamaika-Haushalt, der im Februar 2018 beschlossen werden solle.
Gemeinsames Ziel der Koalitionspartner sei es, allen Menschen in Schleswig-Holstein durch beste Bildung und individuelle Förderung größtmögliche Entwicklungsperspektiven zu geben. Bis zum Ende der Wahlperiode würden daher die Mittel allein für Qualitätsverbesserung in der KiTa-Betreuung auf 70 Millionen Euro anwachsen. Für das Ziel einer 100-prozentigen Unterrichtsversorgung würden 890 zusätzliche Lehrerstellen eingeplant. 30 Millionen würden für den vereinbarten Bildungsbonus eingestellt, Hochschulen mit jährlich mit zusätzlichen zwölf Millionen bezuschusst. Insgesamt 100 Millionen Euro würden allein 2018 in Baumaßnahmen im Hochschulbereich fließen – eine Steigerung von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Wir wollen alles dafür tun, damit Verkehrsminister Bernd Buchholz die jährlich 90 Millionen Euro für die Sanierung der Landstraßen verbauen kann“, betonte Koch.
500 neue Polizisten, 20 Millionen Investitionen für Gebäude im Bereich Polizei stärkten die Sicherheit im Lande. „Wir wollen der Polizei den Rücken stärken“, stellte Koch fest. Auch im Bereich der Justiz werde investiert: sieben Millionen Euro sollen helfen, den Sanierungsstau zu bewältigen, 89 neue Anwärterstellen für den Nachwuchs bei den Gerichten und im Vollzug geschaffen werden.
Einen wichtigen Faktor nehme auch die verstärkte Förderung der Digitalisierung ein, so Koch weiter. Über 170 Millionen Euro stünden dem Land als IT-Mittel zur Verfügung.
Eine klare Absage gab Koch allerdings Forderungen, dreistellige Millionenbeträge – wie von der SPD gefordert – für Straßenausbaubeiträge, Weihnachtsgeld und kostenfreie KiTas in den Haushalt einzustellen. Denn die Probleme des Landeshaushaltes seien noch lange nicht gelöst, und man müsse für schlechte Zeiten gewappnet sein. Eine andere Vorgehensweise sei unseriös. „Erst gilt es, die Probleme des Landes zu lösen, bevor die Zeit für neue Wohltaten ist“, sagte Koch.