Günther: Trotz enormer Mehreinnahmen ist die Regierungsbilanz bitter
Plenardebatte über Umsetzung des Koalitionsvertrags
Auf Antrag der Piraten wurde heute über den Stand der Umsetzung des Koalitionsvertrages debattiert. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Daniel Günther, nannte diese Piraten-Initiative unklug – „Wenn die Regierungsfraktionen einen solchen Antrag gestellt hätten, dann wäre dies von uns als Wahlkampfmanöver kritisiert worden.“
Tatsächlich könne man der Regierung viel vorwerfen, aber keine mangelnde Umsetzung ihres Koalitionsvertrages. Die trotz enormer Mehreinnahmen bittere Regierungsbilanz habe einen anderen Grund: „SPD, Grüne und SSW haben in ihrem Koalitionsvertrag alle Probleme ausgeblendet. Statt sich um die großen Herausforderungen zu kümmern, haben Sie Punkt für Punkt ihre ideologischen Ziele abgearbeitet“, sagte Günther.
Nur im ersten Jahr sei der Schein gewahrt worden indem zahlreiche Dialoge initiiert wurden. „An deren Ende stand immer ohne Rücksicht auf die Ergebnisse des Dialoges die Umsetzung genau dessen, was im Koalitionsvertrag steht“, so Günther.
Die in den ersten zwei Jahren durchgepeitschte Schulreform sei derart tiefgreifend, dass die Behauptung eines „Schulfriedens“ nur als Treppenwitz bezeichnet werden könne. „Wegen all dieser Reformen sind Sie trotz zahlreicher zusätzlicher Lehrerstellen bei der Bekämpfung des Unterrichtsausfalls keinen Schritt vorangekommen“, stellte Günther fest.
SPD, Grüne und SSW hätten in ihrem Koalitionsvertrag klar ihr Misstrauen gegenüber der Polizei zum Ausdruck gebracht und entsprechend vier Jahre Misstrauen gegen die Menschen gesät, die für unser aller Sicherheit sorgen. „Geplante Stellenstreichungen wurden nur auf den Druck von Opposition und Gewerkschaften zurückgenommen“, so Günther.
Der nach Worten der Koalition liberalste Strafvollzug sei auf dem Rücken unserer Justizbeamten durchgedrückt worden. Der Anstieg der Schulabrecherquote sei ebenso wenig Ausweis gerechter Politik wie die Perspektivlosigkeit von über 10.000 jungen Flüchtlingen, denen SPD, Grüne und SSW die Chance auf einen Schulabschluss verweigere.
Während der Koalitionsvertrag abgearbeitet worden sei, habe Ministerpräsident Albig sein zentrales Wahlversprechen gebrochen. „Statt 25 Prozent der Bürokratieaufgaben abzubauen, haben Sie mit Ihren Gängelungsgesetzen ordentlich was draufgelegt. Statt wie versprochen Unternehmen in großem Stil anzusiedeln, vertreiben Sie mit Ihrer wirtschaftsfeindlichen Politik die Investoren“, so Günther.
Die ländlichen Räume lasse die Koalition ausbluten. Starre Vorgaben der Landesplanung würden diesen Entwicklungsmöglichkeiten nehmen. „Ihre kurz vor der Wahl angekündigte Kurskorrektur ist unglaubwürdig“, so Günther. Mit der vom Verfassungsgericht bemängelten Reform des Kommunalen Finanzausgleich seien dem ländlichen Raum Finanzmittel geraubt worden. Auch mit den explodierenden Kita-Kosten würden die Gemeinden alleine gelassen.
Günther warf SPD, Grünen und SSW eine gezielte Demotivation ehrenamtliche Kommunalpolitiker und Feuerwehrleute vor. „Sie wollen den Widerstand gegen Ihre zwangsweise Gemeindegebietsreform nach SSW-Gutsherrenart brechen“.
Die Akzeptanz der für Schleswig-Holstein so wichtigen Energiewende habe die Albig-Regierung zerstört. Diese Politik belaste den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein mit enormen Energiekosten. „Unsere Stromkunden bezahlen, dass sie immer mehr Anlagen bauen, deren Strom wir nicht über die Netze ableiten können, den wir nicht speichern können und den wir nicht verbrauchen können. Auch da haben Sie stoisch Ihren Koalitionsvertrag abgearbeitet, anstatt sich um die wirklichen Herausforderungen zu kümmern“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende.