Schleswig-Holstein Vorreiterrolle in Bewältigung der Corona-Krise
Neue Herausforderungen: Konjunkturprogramm mit klugen Anreizen gefordert
Tobias Koch, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, lobte in seiner Plenarrede am Donnerstag das bisherige Krisenmanagement der Landesregierung. Erste Öffnungsschritte seien umsichtig nach den Osterferien mit der Öffnung der Geschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von 800 am auf den Weg gebracht worden. Weitere Schritte führten inzwischen langsam in Richtung Normalität – bei allen noch nötigen Einschränkungen: alle Geschäfte, Einkaufszentren, und auch Friseure. Die Wiedereröffnung von Museen, Ausstellungen und Botanischen Gärten finde sich in der Bund-Länder Vereinbarung ebenso wie das Zulassen von Gottesdiensten.
„Für den zweiten Öffnungsschritt hat Schleswig-Holstein alles richtig gemacht“, so Koch. Man sei sogar über die Beschlüsse der MPK der vergangenen Woche hinausgegangen: Das Ausüben von kontaktarmen Sportarten im Freien sei bereits seit Anfang der Woche wieder zugelassen, anders als im SPD-regierten Hamburg.
Koch weiter: „In diesem Zusammenhang haben wir zudem die Einreisebeschränkungen für die benannten Freizeitaktivitäten wieder aufgehoben, so dass die Lockerungen nicht nur für eigene Landeskinder sondern für alle Bürgerinnen und Bürger gelten. Anders als im SPD-regierten Mecklenburg-Vorpommern, dass sich nach wie vor gegenüber anderen Bundesländern abschottet.“
Einen Grund für Kritik der Opposition könne es also nicht geben, denn beide bisherigen Öffnungsschritte hätten den Reproduktionsfaktor nicht über die Kennzahl 1 steigen lassen.
Für Eltern wichtig: der Stufenplan für die Wiederöffnung der Kitas. In Aussichtgestellt werde, dass bereits im nächsten Schritt ab Anfang Juni wieder alle Kinder zumindest tageweise in die Kita gehen könnten, wieder Kontakt zu einem Teil ihrer Freundinnen und Freunde haben und wieder pädagogisch gefördert werden könnten. Nach dem familienfreundlichen Öffnen von Bibliotheken, Tierparks, Museen und Spielplätzen sei damit auch bei der Frage der Kinderbetreuung Licht am Ende des Tunnels zu sehen.
„Einen riesigen Schritt nach vorne macht am 18. Mai auch das Hotel und Gaststättengewerbe, das für unser Bundesland von so immenser Bedeutung ist“, so der Fraktionsvorsitzende. Mit der Ausrichtung des Mittelstandssicherungsfonds ausschließlich auf diese eine Branche habe man dessen besonderen Stellung bereits Rechnung getragen. Ebenso sorge die Bundesregierung mit der zeitlich begrenzten Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für Erleichterung.
Nur mit zinslosen Darlehen lasse sich aber ein geschlossenes Restaurant auch nicht dauerhaft am Leben erhalten und ein reduzierte Mehrwertsteuersatz nütze nur dann etwas, wenn tatsächlich steuerpflichtige Umsätze getätigt würden.
Allein schon bei der Ankündigung des Ministerpräsidenten und des Wirtschaftsministers, eine Öffnung Mitte Mai anzustreben, sei deshalb die Erleichterung in der Branche mit beiden Händen zu greifen.
„Gestern Abend haben wir uns dann entschieden, Restaurants, Bars und Cafès, Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels sowie Jugendherbergen alle ab dem 18. Mai wieder zu öffnen – sofern Abstands- und Hygiene-regelungen eingehalten werden“, erläuterte Koch.
Das eröffne die Perspektive, dass die Sommersaison 2020 - wenn auch mit Einschränkungen - aber dennoch tatsächlich stattfinden könne. Auch das sei eine richtig tolle Botschaft für das Bundesland Schleswig-Holstein.
Koch gibt allerdings zu bedenken: „In diesem Jahr wird eine Rezession nicht zu vermeiden sein. Der wirtschaftliche Einbruch dürfte vermutlich sogar noch schlimmer ausfallen als derjenige der Finanzkrise 2008/2009. Für nächstes Jahr müssen wir die Weichen deshalb so stellen, dass wir möglichst eine genauso schnelle Erholung erleben, wie das nach der Finanzkrise gelungen ist. Nachdem wir beim Lockdown entschlossen gehandelt haben und wir zurzeit die Öffnungsschritte hoffentlich ohne erneuten Rückschlag hinbekommen, kommt es in der dritten Phase darauf an, wieder neue Impulse für Aufschwung und Wirtschaftswachstum zu setzen.
Wir brauchen dafür ein Konjunkturprogramm mit klugen Anreizen für private Investitionen. Das ist die nächste Herausforderung, die vor uns liegt. Daran werden wir jetzt arbeiten.“