Aktueller Zustand ist Staatsversagen
Nur legales Glückspiel ist Garantie für Jugend- und Spielerschutz
CDU-Abgeordneter Hans-Jörn Arp skizzierte im Plenum am Mittwoch den schleswig-holsteinischen Weg in Sachen Glücksspielgesetz und zitierte eingangs die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU): „Im Moment ist das Online-Glücksspiel in Deutschland verboten – und doch wird im Netz wie verrückt gespielt, ohne dass irgendjemand etwas dagegen tut. So darf das nicht bleiben! Deswegen sage ich: Wir brauchen Regeln für das Online-Glücksspiel, die eine Grenze zwischen halbwegs sauberem Spiel und den vielen in jeder Hinsicht windigen Angeboten klar und transparent ziehen! Und diese Grenze sollten die Länder mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag ziehen, den wir endlich benötigen.“
Arp: „Was wir jetzt erleben, ist eigentlich ein Staatsversagen. Vor sieben Jahren wurde der Online-Casinomarkt auf 10 Milliarden geschätzt. Heute auf 50 Milliarden! Die Menschen halten sich nicht an Formalitäten auf, sie spielen das, was im Internet angeboten wird. In Schleswig-Holstein jedoch konnten wir über den Safe-Server im Innenministerium die Transaktionen überwachen. Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern haben wir etwas zum Schutz der Spieler gemacht. Niemand außer Schleswig-Holstein hat sich um Spieler- oder Jugendschutz gekehrt. Auch keines der SPD-geführten Länder.. Aber allehaben kassiert.“
Die Unternehmen hätten im vergangenen Jahr eine Milliarde Umsatzsteuer gezahlt. Da sei es nur richtig, dass jeder Abgeordnete seine Verantwortung wahrnehme und dafür sorge, diesen großen Markt zu kontrollieren.
Nie sei die Rede von einem Zuwachs an Offline- Casinos die Rede gewesen, sondern ausschließlich vom Online-Markt. Wenn jetzt die Lizenzen auslaufen, was passiert dann? Die Anbieter machen anderswo weiter“, so Arp.
Die CDU-geführten Länder seien sich inzwischen einig, bei den SPD-geführten Ländern sei die Vernunft jedoch noch nicht angekommen. „Wir gehen den Weg, den wir schon vor sieben Jahren gehen wollten. Und: Wir unterstützen damit auch den Deutschen Lottoblock. In allen anderen europäischen Ländern ist der Lottoumsatz in den vergangenen Jahren um 30 Prozent gestiegen. Nur in Deutschland nicht. Warum nicht? Weil hier behauptet wird, Lotto mache süchtig. Nennen Sie mir da bitte mal einen süchtigen Lottospieler!“, gabt Arp zu bedenken.
Am 21. März finde die Ministerpräsidentenkonferenz statt, die über einen Sonderweg in Schleswig-Holstein entscheide. Zur Not werde man mit Hessen und Nordrhein-Westfalen einen gesonderten Weg einschlagen – nach dem Modell von Dänemark, wo es gelungen sei, etwa 90 Prozent des Marktes zu legalisieren und so auch kontrollieren zu können.
„Das ist unser Weg, den wir in Zukunft gehen werden. Wir wollen hier in Schleswig-Holstein Arbeitsplätze schaffen und den Spieler- und Jugendschutz garantieren“, so Arp abschließend.