Klimaschutz ja, Verfassungsänderung nein
Keine Verbotsdebatten führen, sondern kluge Klimapolitik machen
Der Fraktionsvorsitzende Tobias Koch bekannte sich heute (22.1.2020) eindeutig zum nachhaltigen Klimaschutz, sprach sich aber ebenso klar gegen eine Änderung der Landesverfassung aus.
„Das wäre reine Symbolpolitik, wie bereits auch von Herrn Stegner im März vorigen Jahres konstatiert“, so Koch. Klimaschutz sei nämlich bereits in der Landesverfassung berücksichtigt. „Nach unserer Verfassung stehen die natürlichen Grundlagen des Lebens unter besonderem Schutz des Landes – und dazu gehört selbstverständlich auch das Klima“, so Koch weiter.
Dem Klimaschutz Vorrang gegenüber Gewässer- und Artenschutz zu gewähren, sei schon allein aus Naturschutzsicht höchst problematisch. Die CDU lehne deshalb ebenso wie der SSW eine Wertehierarchie ab.
Eine Absage erteilte Koch auch dem Ansinnen der SPD, die Klimaziele für 2030 heraufzusetzen. „Wir sollten erst einmal hart daran arbeiten, die Ziele für das Jahr 2025 zu erreichen“, forderte Koch auf. Dazu gehöre die Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien, da habe es unter der SPD-geführten Küstenkoalition keine Fortschritte gegeben. Auch bei der Stromerzeugung sei ein verstärkter Ausbau vonnöten, auch wenn Schleswig-Holstein mit 70 Ausnahmegenehmigungen für Windkraftanlagen in 2019 den bundesweit drittbesten Wert nachweisen könne.
Auch nicht zielführend sei der Anstoß des SSW, mit Tempobegrenzungen das Klima zu schonen. Denn bereits ab diesem Jahr gelte ein Grenzwert von 95g CO2/km für alle neu zugelassenen Pkw. Der von Aktionismus geprägte Vorschlag würde gerade einmal 0,3 Prozent CO2 einsparen.
Koch: „Sinnvoller als Verbotsdebatten zu führen ist eine kluge Klimapolitik.“ Dazu gehöre Moore und Wälder als CO2-Speicher zu nutzen. Hier gelte es, gezielt Hebel anzusetzen, der Waldgipfel der CDU-Fraktion Ende 2019 habe da ein wichtiges Signal gesetzt. Gute Impulse seien da die bereits auf den Weg gebrachten CO2-Zertifikate oder Moorfutures.