Die rot-grün/blaue Landesregierung stellt sich in der Flüchtlingspolitik erneut quer zur Bundeslinie. Sowohl Innenminister Studt, als auch Ministerpräsident Torsten Albig sprachen sich in dieser Woche für einen pauschalen Abschiebestopp nach Afghanistan aus. Zugleich kündigte Albig an, der Einstufung der Maghreb-Staaten als sichere Herkunftsländer im Bundesrat nicht zuzustimmen. CDU-Fraktionschef Daniel Günther warf der Landesregierung vor, ihrer Verantwortung in der Flüchtlingspolitik nicht nachzukommen. Bereits im Dezember hatte sich das Land nicht an einer bundesweiten Sammelrückführung vollziehbar ausreisepflichtiger Afghanen beteiligt. Bereits damals hatte es von der CDU-Landtagsfraktion und auch aus Berlin scharfe Kritik an der Entscheidung gehagelt.
Unterdessen legte die CDU-Landtagsfraktion einen eigenen Landtagsantrag zum Umgang mit vollziehbar ausreisepflichtigen Gefährdern vor.
„Wer als vollziehbar Ausreisepflichtiger von den Behörden als Sicherheitsrisiko für unser Land eingestuft wird, muss schnell in sein Heimatland zurückgeführt werden. Um die Menschen zu schützen, müssen diese Gefährder konsequent in Abschiebehaft genommen werden“, so Günther. Die CDU fordert in ihrem Landtagsantrag unter anderem, die bestehende, aber von Rot-Grün geschlossene Abschiebehafteinrichtung in Rensburg unverzüglich wieder in Betrieb zu nehmen.
Während die Koalition in Schleswig-Holstein noch auf der Bremse steht, hat sich Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) für eine stärkere Nutzung des Instrumentes der Abschiebehaft ausgesprochen. Dies kommentierte die integrationspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Astrid Damerow, mit den Worten: „Ich empfehle Herrn Albig, sich einmal direkt mit seinem Hamburger SPD-Kollegen Olaf Scholz zu unterhalten. Der hat nämlich begriffen, dass Politik ohne Realismus nicht funktioniert.“
Die Einigung innerhalb der Bundesregierung über einen härteren Umgang mit terroristischen Gefährdern stieß auf positive Resonanz innerhalb der CDU-Fraktion. „Ich begrüße ausdrücklich die Planungen aus Berlin, eine Überwachung von Gefährdern auch mithilfe elektronischer Fußfesseln zu ermöglichen. Die Landesregierung muss zügig bei uns die Voraussetzungen schaffen, damit dies auch in Schleswig-Holstein möglich ist“, unterstrich Günther. Ebenso seien eine Ausweitung der Videoüberwachung und schärfere Wohnsitzauflagen, wie Berlin sie jetzt plane, richtige Schritte.