CDU fordert Beteiligung an Abschiebungen nach Afghanistan
Günther: Schleswig-Holstein ist isoliert
In der heutigen Plenardebatte hat CDU-Fraktionschef Daniel Günther erneut die Blockadehaltung der Albig-Regierung bei Abschiebungen scharf kritisiert. Die Regierung treibe das Land mit seinen Sonderwegen in die Isolation. „Das ist wirklich Politik auf Trump-Niveau“, so Günther. Mehr als 200 Menschen hätten sich nach offiziellen Auskünften der Landesregierung allein im Jahr 2016 der Abschiebung durch Untertauchen entzogen. „Und Ihre lapidare Antwort auf die Frage, ob Sie wissen, wo sich diese Personen aufhalten lautet: Nein. Gibt Ihnen der Fall des Attentäters von Berlin überhaupt nicht zu denken?“, fragte Günther SPD, Grüne und SSW.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende kritisierte die Begründung von Ministerpräsident Albig scharf, sich einer Zustimmung der Einstufung der Maghreb-Staaten zu sicheren Herkunftsländern zu verweigern. Albig hatte dies mit der Aussage begründet: „Das Ganze ist ein Problem in Nordrhein-Westfalen. In Schleswig-Holstein haben wir null, ich wiederhole null Menschen aus dem Maghreb.“
Dies sei nachweislich falsch, stellte Günther wiederum unter Verweis auf Regierungsauskünfte dar. In Schleswig-Holstein seien 1.500 Menschen aus den Maghreb-Staaten gemeldet, in mehr als 600 Fällen würden Personen aus diesen Ländern als Verdächtige einer Straftat geführt. Und selbst wenn Albig mit seiner Aussage Recht hätte, sei diese Begründung verantwortungslos. „Sie sind es doch, der immer die Gesamtverantwortung betont und deshalb Geld vom Bund fordert. Aber was ist mit Ihrer Verantwortung gegenüber Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg? Deren Probleme interessieren Sie aber nicht“, so Günther.
Beim Thema Rückführungen gebe es von dieser Landesregierung nichts als Blockadehaltung. Der Landkreistag habe Innenminister Studt völlig zu Recht vorgeworfen, dass er die Ausländerbehörden bei der Rückführung von ausreisepflichtigen Personen nicht unterstütze. „Abschiebehaft wollen Sie nicht. Maßnahmen, die verhindern, dass sich Personen aus dem Ausreisezentrum in Boostedt der Abschiebung entziehen, wollen Sie aber auch nicht“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende.
Er erinnerte daran, dass die Kommunen geltendes Recht umsetzten und lediglich von der Landesregierung einforderten, sie dabei zu unterstützen. Gerade vor diesem Hintergrund sei die Art und Weise, wie Studt die Forderung nach Ausreisezentren abgelehnt habe, unanständig. Studt hatte gesagt: „Wenn die Kreise ein Internierungslager für Flüchtlinge wollen, sollen sie das klar sagen.“
Günther dazu: „Wer Kommunen, die die Anwendung von Recht und Gesetz einfordern, vorwirft, sie wollten Internierungslager einrichten, hat sich als Kommunalminister in diesem Land definitiv disqualifiziert.“