Im Schleswig-Holstein Saal des Landtags diskutierten am vergangenen Mittwochabend mehr als 140 Anwesende zum Thema „Aus Schleswig-Holstein-für Schleswig-Holstein – warum regional besser ist.“ Die CDU Landtagsfraktion hatte zu diesem Fördeforum ins Landeshaus eingeladen und mit Dierk Böckenholt, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Nord, Joachim Burgemeister, Geschäftsstellenleiter Genossenschaftsverband in SH, Ute Volquardsen, Präsidentin der Landwirtschaftskammer und Heiko Finck, Hofnachfolger und Sprecher im Agrarausschuss der Landjugend SH, das Podium nicht nur kompetent, sondern auch durchaus kontrovers besetzt. Dass Kaufentscheidungen für regional erzeugte Lebensmittel schon aufgrund von kurzen Wegen vom Erzeuger zum Verbraucher gute Entscheidungen sind, darüber waren sich an diesem Abend noch alle einig. Der gut informierte Verbraucher ist in der Regel der beste Verbündete des Landwirts.
„Leider aber erweist sich das Bekenntnis zum Regionalen meist als Lippenbekenntnis der meisten Verbraucher. Gegessen wird inzwischen immer und überall, häufig außer Haus und zunehmend weniger am gemeinsamen Familientisch. Unsere gelebte Esskultur prägt sich von Kindesbeinen an und hat sich mehr und mehr sowohl von saisonalen und regionalen Produkten entfernt als auch von Anbau und Ernte entfremdet“, so die verbraucherpolitische Sprecherin der CDU Landtagsfraktion Anette Röttger. Es wäre eine gute Idee, wenn sich jeder mit Beginn der Passionszeit mal bis Ostern gezielt für den Kauf regionaler Produkte entscheiden würde, regte sie an. Im Lebensmittelhandel gebe es gute Beispiele für Regionale Regale oder Werbekampagnen mit regionalen Produkten. Das diene der Wertschätzung bäuerlicher Arbeit. Aber das Thema bleibe komplex, denn am Ende gehe es immer um den Preis.
Es sei die Grundauffassung der CDU, dass eine gepflegte und bewirtschaftete Kulturlandschaft mit Nutztierhaltung zu unserem Land gehöre. Dazu gehörten landwirtschaftliche Familienunternehmen. Dass es gerade Hofnachfolgern derzeit an Planungssicherheit fehle, sei besorgniserregend. Aus den Fakten der Landwirtschaftskammer würde eine deutlich gestiegene Nachfrage im Bereich der emotionalen Unterstützung hervorgehen, während die Beratungsnachfrage für Stallneubauten rückläufig sei, führte Ute Volquardsen aus.
Der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Heiner Rickers, fasste zusammen: „Wir wollen möglichst vermeiden, dass im Zuge des Strukturwandels der letzte Bauer aus dem Dorf verschwindet. Wir haben erkannt, dass sich die gesellschaftlichen Erwartungen verändert haben. Der Spagat zwischen Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt und immer höheren gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirte vor Ort muss aufgelöst werden. Landwirtschaft und Handel können dies nicht allein austragen. Wenn Verbraucher z.B. mehr Tierwohl einfordern, werden sie dies auch mit einem Aufschlag an der Ladentheke honorieren müssen. Wir werden die vielen Anregungen dieses Fördeforums in unsere politischen Entscheidungen einbringen und wollen diesen Dialog unbedingt fortsetzen.“