Maßnahmen zur Reduzierung der Plastikabfälle nötig
EU-weite Plastiksteuer ist sinnvoll, wenn anderweitige Verbesserungen ausbleiben
Unzählige Plastikteile waren im März in der Schlei gefunden worden, ins Wasser gelangt waren sie über ein angrenzendes Klärwerk. Medienberichten zufolge kam es dort zu einer Vermengung von Kunststoffen mit Lebensmittelresten. Der Schleswig-Holsteinische Landtag diskutierte heute (15. Juni) die Konsequenzen des Vorfalls. Auf Antrag der Jamaika-Fraktionen wurde die Bundesregierung aufgefordert, das Abfallrecht dahingehend zu ändern, dass bei der Entsorgung verpackter Lebensmittelabfälle Plastikeinträge in die Umwelt wirksam vermieden werden.
Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Heiner Rickers betonte, dass Schleswig-Holstein von den Konsequenzen des weltweit gestiegenen Plastikverbrauchs schon heute direkt betroffen sei. Plastikreste finde man auch in Nord- und Ostsee.
Besonders problematisch sei es, wenn wie in Schleswig große Mengen nicht mehr haltbarer Lebensmittel aus Supermärkten samt Verpackung geschreddert würden. „Dies ist für jede Bürgerin und jeden Bürger, der seine Abfälle trennt, ein Schlag ins Gesicht. Plastik und zur Entsorgung bestimmte Lebensmittelabfälle dürfen gar nicht erst vermengt werden. Jamaika in Kiel handelt und legt den entsprechenden Antrag vor“, erklärte Rickers.
Zudem seien auch auf der Umweltministerkonferenz in der vergangenen Woche Beschlüsse gefasst worden, die auf eine Begrenzung der Plastikabfälle abzielten. Grundsätzlich gelte, dass die Verwendung von wiederverwertbaren Produkten Priorität habe. Wenn jedoch nicht zeitnah Verbesserungen erreicht würden, sei die EU-weite Plastiksteuer zu befürworten.