Keine Alternative zu Verkauf der Bank
Gründung der HSH Nordbank folgenschwerste Fehlentscheidung der Landespolitik jemals
Erleichterung auf der einen Seite, schwere Last auf der anderen. Zum Verkauf der HSH Nordbank gebe es allerdings keine Alternative, so Tobias Koch, Fraktionsvorsitzender der CDU-Landtagsfraktion.
Erleichterung darüber, dass ein Verkauf real geworden ist mit sogar einer Milliarde Kaufpreis gesamt für Schleswig-Holstein und Hamburg als Anteilseigner – ein vor wenigen Jahren noch unvorstellbares Szenario. Dennoch eine schwere Hypothek für die Zukunft: Auf den Landeshaushalt kommt eine zusätzliche Belastung in Höhe von 5,4 Milliarden Euro zu – mit folgenschweren Auswirkungen.
„In den vergangenen fünf Jahren hat Schleswig-Holstein knapp eine Milliarde an Altschulden getilgt. Bei diesem Tempo wird es über 30 Jahre dauern, nur um den durch die HSH Nordbank verursachten Schaden zu beseitigen“, so der Fraktionsvorsitzende. Der Schuldenberg des Landes wachse dadurch auf etwa 30 Milliarden. Dank des derzeitigen Zinsniveaus seien es zwar „nur“ 50 bis 70 Millionen Tilgung im Jahr, dennoch werde dieses Geld bei Kinderbetreuung, Bildung, und Infrastrukturmaßnahmen fehlen.
Koch gab ein eindeutiges Plädoyer für den Verkauf der Bank. Eine Abwicklung hätte unabsehbare Folgen: Verlust aller Arbeitsplätze, Abwicklung nicht mehr in Eigenverantwortung, kein Verkaufserlös und eine dann zum Tragen kommende Gewährträgerhaftung inklusive Pensionsverpflichtungen.
„Die jetzt eintretende und wirklich schmerzhafte Belastung des Landeshaushaltes mit 5,4 Milliarden Euro ist die Folge der in den Jahren 2003 bis 2007 gemachten Fehler“, so Koch weiter. Die Gründung der HSH Nordbank sei die folgenschwerste Fehlentscheidung gewesen, die die Landespolitik jemals getroffen habe. Es sei von Anfang an die falsche Weichenstellung gewesen, eine betuliche Landesbank zur internationalen Geschäftsbank mit zweistelligen Renditeerwartungen und Börsenplänen auszubauen.
Nun müsse sich Schleswig-Holstein auf seine Kernaufgaben konzentrieren: Bildung, Sicherheit, Infrastruktur. Unternehmerische Betätigungen mit Gewinnerzielungsabsicht gehörten definitiv nicht dazu. Sie sollten privaten Kapitalgebern überlassen bleiben.
„Das traurige Kapitel der HSH Nordbank muss uns allen eine Lehre sein, die hoffentlich nicht wieder so schnell in Vergessenheit gerät!“, so Koch abschließend.