Heute stand der Bericht der Landesregierung zu den 17 in dieser Legislaturperiode an Gemeinschaftsschulen neu eingerichteten Profiloberstufen auf der Tagesordnung. Diese sollen nach einer „Aufwachsphase“ von drei Jahren mindestens 50 Schüler in der Eingangsphase haben – nur so können zumindest zwei Profile angeboten werden. Vier schaffen das nicht: Sandesneben (Kreis Herzogtum Lauenburg), Bordesholm und Nortorf (beide Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Bad Bramstedt (Kreis Segeberg). Weitere vier Standorte erreichen die Vorgabe nur knapp: Bad Segeberg, Trittau (Kreis Stormarn), Handewitt (Kreis Schleswig-Flensburg) und Tönning (Kreis Nordfriesland).
Die Bewertungen gingen dementsprechend auseinander. Während SPD, Grüne und SSW die neuen Oberstufen als Erfolg feiern, weil sie immer mehr Schülern den Weg zum Abitur bieten, kam aus der Opposition deutliche Kritik. "Solche Klassengrößen sind an unseren Grundschulen undenkbar. An einer Oberstufe im 13. Jahrgang wollen sie es aber den Schülern nicht zumuten, einen anderen Schulstandort zu besuchen. Das ist schon skurril", so CDU-Bildungsexpertin Heike Franzen. Wenn die Schüler auf die umliegenden Schulen verteilt würden, könnten dort zusätzliche Profile angeboten werden. "Mal ganz abgesehen davon, dass auch einige Schulträger tief in die Tasche gegriffen haben, um eine neue Oberstufe zu ermöglichen", so Franzen.
Die CDU habe in der Vergangenheit immer wieder auf diese Probleme hingewiesen. Kooperationen mit bestehenden Oberstufen wären der bessere Weg gewesen, sowohl für die Schulen und deren Träger sowie insbesondere für die jungen Menschen, die ihr Abitur machen wollen.
Die Errichtung der neuen Oberstufen habe zudem nachteilige Auswirkungen auf die Unterrichtsversorgung insgesamt. Denn jede neue Oberstufe benötige unabhängig von der Schülerzahl mindestens 10,5 Planstellen für 14 Fächer egal wie viele Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden.
"Sie wollten den großen Wurf, jetzt ist ihnen das Projekt auf die Füße gefallen. In diesem Land soll jedes Kind die Chance auf den höchsten Bildungsabschluss haben. Um dafür die Qualität sicherstellen zu können, brauchen wir aber keine Kleinstoberstufen, sondern ein gutes Angebot an Oberstufen mit Profilvielfalt", so Franzen.