Technologiekompetenzen im Lande behalten
Vorhandene Stärken im Marineschiffbau besser nutzen
Tobias Koch, Fraktionsvorsitzender der CDU im Schleswig-Holsteinischen Landtag, kritisierte heute im Plenum die Vergabepraktik im Falle der MKS 180 Schiffe.
„German Naval Yards wurde trotz positiver Leistungsbilanz nicht berücksichtigt, TKMS fliegt aus der Ausschreibung raus, weil sie den Auftrag, der nun für mehr als fünf Milliarden nach Holland geht, nicht für 3,5 Milliarden Euro leisten kann. Wie bitter ist das denn?“
Vollkommen verfehlt erscheint Koch das Ziel der Rüstungszusammenarbeit in der EU. Einzig Deutschland schreibe Aufträge europaweit aus, und die Niederlande wollten dagegen bei einem Anbieter des eigenen Landes Aufträge vergeben, der noch nie zuvor ein U-Boot gebaut habe.
Deshalb müsse man dafür sorgen, dass der Marineüberwasserschiffbau als Schlüsseltechnologie eingestuft werde, so wie es der Berliner Koalitionsvertrag auch vorsehe. Auch müsse man zukünftig besser auf die Bedingungen der möglichen Auftragserteilung achten und schließlich sollten weitere Marineaufträge für eine Kompensation sorgen.
Koch: „Die größte Gefahr bestehe nicht durch den Verlust dieses Auftrages, sondern in den Auswirkungen auf alle zukünftigen Ausschreibungen, weil Technologiekompetenz und Referenzprojekte in und aus Deutschland fehlen.“
Sein Fazit: vorhanden Stärken weiter ausbauen. Und Zeichen setzen, wie es auch schon mit europaweit ausgeschriebenen Aufträgen gemeinsam mit Norwegen geklappt hat.