Ostmeier: Erst die Spur, dann der Wechsel
Integration von Flüchtlingen Inhalt dreier Bundesratsinitiativen
Nicht erst seit dem Fall der abgeschobenen Familie aus Kirchbarkau beschäftigt sich der Schleswig-Holsteinische Landtag mit der Integration von Flüchtlingen und im speziellen den Themen Familiennachzug, Einwanderungsgesetz und dem sogenannten „Spurwechsel“ vom Asylstatus in den Arbeitsmarkt.
In ihrer Rede plädierte die CDU-Flüchtlingsexpertin Barbara Ostmeier dafür, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, die zweijährige Wartefrist beim Familiennachzug subsidiär geschützter Flüchtlinge zu verkürzen. Bestrebungen, diese Wartefrist zu verlängern unterstützen die Koalitionsfraktionen ausdrücklich nicht.
Vor allem für Familien, die bei der Flucht getrennt wurden, sowie minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen, sollte laut Ostmeier einer Zusammenführung nichts entgegenstehen. „Die Sorge um das Schicksal der Familie hindert die Eingliederung in unsere Gesellschaft, erschwert den Einsatz der Flüchtlingshelfer vor oder und stellt ein zusätzliches Integrationshemmnis dar.
Bei den Entscheidungen müssten jedoch immer die Kapazitäten der Kommunen im Blick behalten werden. Deswegen müsse laut Ostmeier auch klar sein, dass subsidiär Schutzberechtigte nur eine befristete Aufenthaltserlaubnis erhalten haben, dass der Nachzug auch die in unserem Grundgesetz geschützte, sogenannte Kernfamilie, beschränkt ist und dass die Zusammenführung der Familie allein diesen Status nicht ändere. Die finanzielle Verpflichtung des Bundes müsse zudem fortgeführt werden.
Eine weitere Bundesratsinitiative soll sich für ein zeit- und sachgemäßes Einwanderungsgesetz eingesetzt werden. „Der Zustrom von Flüchtlingen und von Menschen, die bei uns Arbeit suchen, macht eine Neuordnung unbedingt erforderlich“, so Ostmeier. Die Jamaika-Koalition habe sich darauf geeinigt, dass Zuwanderung ein derartiges Steuerungsinstrument brauche.
Fest steht für Ostmeier zudem, dass „Menschen, die sich über lange Zeit in unsere Gesellschaft eingefügt haben, unsere Sprache, unsere demokratischen Grundwerte leben und eine feste Anstellung auf dem Arbeitsmarkt besitzen – und nur darum kann es beim Spurwechsel gehen. Diesen Menschen müssen wir die Möglichkeit geben, legal hier zu bleiben und ihren Beitrag zu dieser Gesellschaft zu leisten.