Günther: Albig entlarvt Stegner-Kritik an Innenminister de Maizière als scheinheilig
Aktuelle Stunde zur Asylpolitik
Einmal mehr war die Asylpolitik heute Thema einer Aktuellen Stunde im Landtag. Nachdem sich Bund und Länder am 9. Februar auf Grundzüge für schnellere Abschiebungen von Ausreisepflichtigen und Gefährdern geeinigt hatten, verlangte die CDU Aufklärung zu den „Konsequenzen für Schleswig-Holstein“. Denn nach den Beschlüssen sollen Asylbewerber ohne Bleibeperspektive bereits aus der Erstaufnahmeeinrichtung abgeschoben und vorgetäuschte Identitäten sowie Straftaten härter geahndet werden. Für Gefährder soll die Abschiebehaft ausgeweitet und ihre Überwachung erleichtert werden. Die Bundesregierung plant darüber hinaus mehrere Ausreisezentren; ein neues Zentrum zur Unterstützung der Rückkehr soll Sammelabschiebungen erleichtern.
Bereits im Vorfeld der Debatte war deutlich geworden, dass Schleswig-Holstein einmal mehr vieles davon nicht umsetzen wird. Die Vorsitzenden der Koalitionsfraktionen betonten dann auch in der Landtagsdebatte, dass Schleswig-Holstein seinen Sonderweg in der Asylpolitik fortsetzen will. Ministerpräsident Albig blieb vage und berief sich darauf, die von der Bundesregierung heute im ersten Entwurf vorgelegten Regelungen prüfen zu wollen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Günther kritisierte dies deutlich. „Das ist unredlich. Vom Bund erwarten Sie Unterstützung. Nur für Sie gelten Absprachen nicht. In der Sitzung mit der Bundeskanzlerin haben Sie nicht den Mut, überhaupt das Wort zu ergreifen, aber hier in Schleswig-Holstein fallen Sie Ihren Kollegen in den Rücken. Sie schaden damit dem Ansehen unseres Landes. Sie schaden damit auch dem Vertrauen der Bürger in Politik und Rechtsstaat. Das ist unverantwortlich“, so Günther.
Das gelte auch für den pauschalen Abschiebestopp für abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan, der ins Zentrum der heutigen Debatte rückte.
„Albig hat dem 15-Punkte-Plan zugestimmt. Diese Zustimmung ist mit dem von Schleswig-Holstein verhängten Abschiebestopp nicht vereinbar. Damit erweist sich der Ministerpräsident als unzuverlässiger Verhandlungspartner“, so Günther.
Bemerkenswert waren dabei die Debattenbeiträge von SPD-Fraktionschef Stegner und Ministerpräsident Albig. Stegner griff Bundesinnenminister de Maizière scharf an.
Dieser wolle „auf dem Rücken von Schwerkranken, Traumatisierten und schutzsuchenden Familien Wahlkampfkapital schlagen“, so der Vorwurf des SPD-Fraktionsvorsitzenden. Demgegenüber räumte Albig ein, dass die Bewertung Afghanistans durch das SPD-geführte Auswärtige Amt ausschlaggebend für die Position der Bundesregierung sei. Dies kommentierte CDU-Fraktionschef Günther mit den Worten: „Ministerpräsident Albig entlarvt die Stegner-Kritik an Innenminister de Maizière als scheinheilig.“