Landeshaushalt: Mit Tatendrang in die Zukunft
HSH sorgt für hohe Belastungen
Ole Christopher Plambeck, finanzpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, gab im Plenum am 12. Dezember einen Überblick über den Haushaltes 2019:
Eigentlich werde ein schwarzer Haushalt vorgelegt, so Plambeck, weil er einen strukturellen Überschuss von 26 Millionen Euro und die Möglichkeit der Tilgung von über 100 Millionen Euro aufgrund konjunktureller Aspekte aufweise.
Dieser Haushalt habe sich aber aufgrund der Altverpflichtung von 450 Millionen Euro aus der HSH Finanzfonds AöR leider in eine Nettokreditaufnahme von 350 Millionen Euro verschoben. In diesem Zusammenhang räumte Plambeck gleich mit dem Gerücht auf, dass Schleswig-Holstein neue Schulden aufnehme.
„Es sind keine neuen Schulden, es sind bereits vorhandene Verpflichtungen, die nun im Zuge des Verkaufs der HSH Nordbank in den Landeshaushalt überführt werden. Schlimm ist es trotzdem, denn auch die nächsten Jahre wird uns die HSH Nordbank als Sonderbelastung bei den Haushaltsaufstellungen begleiten.
Für das kommende Jahr seien mehr als 30 Millionen Euro für Investitionen in Kitas vorgesehen und damit so viel wie noch nie. Davon dienten 15,45 Mio. Euro dazu, die Barrierefreiheit in den Kitas voranzubringen, die digitale Infrastruktur der Gebäude zu verbessern, neue Sport- und Bewegungsräume sowie Plätze für Therapie- und Ruhezonen zu schaffen oder in die allgemeine Sanierung zu investieren. Weitere 17,77 Mio. Euro seien für den Kita-Neubau vorgesehen. Zudem stelle man eine Million Euro für den Lärmschutz in Kitas bereit, der gleichzeitig einen erhöhten Arbeitsschutz für die Erzieherinnen und Erzieher bedeuten würde. Mit 110 Millionen Euro für die Jahre 2018 und 2019 entlaste man schon jetzt Eltern und Kommunen, so Plambeck weiter.
Unterstützung der Familienbildungsstätten, eine starke innere Sicherheit und deshalb eine weitere Unterstützung des Einbruchschutz-Programmes mit einer Million Euro, Erhöhung der Stellen im juristischen Vorbereitungsdienst und der Justiz seien weitere Schwerpunkte, erklärte der finanzpolitische Sprecher.
Bereits im nächsten Jahr werde man mit der Meistergründungsprämie diejenigen unterstützen, die diesen Weg bestreiten wollen. Denn was gibt es eigentlich für ein schöneres Berufsziel als Unternehmer zu werden? Dafür stelle Jamaika eine Million Euro bereit.
Weiterer wichtiger Baustein: Eine gebührenfreie Ausbildung für Ergotherapeuten, Physiotherapeuten oder Logopäden. Die Ausbildung der Gesundheitsfachberufe ab dem 01.01.2019 soll gebührenfrei gestellt werden, dafür mehr als 3,3 Millionen Euro mit diesem Haushalt bereitstellen!
Plambeck weiter: „Um aber eine Ausbildung erfolgreich absolvieren zu können, benötigt man selbstverständlich die bestmögliche Schulbildung. Unser Ziel ist eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung. Deshalb werden wir nicht 439 Lehrerstellen abbauen, sondern 234 neue Stellen schaffen, um den Bedarf an den Schulen zu decken. Dabei geht es vor allem um Verbesserungen der Unterrichtssituation an Grundschulen, in der sonderpädagogischen Förderung und bei der Koordination des Übergangs von G8 zu G9. Um zukünftig ausreichend Lehrkräfte gewinnen zu können, werden 90 zusätzliche Stellen für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst geschaffen.“
Plambeck wies auch darauf hin, dass Jamaika den Sanierungsstau an Schulen in Angriff nehme. „Wir packen das Thema Schulbausanierung systematisch an, um den Sanierungsstau von mehr als 1,5 Mrd. Euro nach und nach gemeinsam mit den Kommunen abzubauen.“
Auch werde investiert, gebaggert, gebuddelt, gebaut. Ca. 70 Prozent der Landesstraßen würden sich bereits 2023 in einem sanierten Zustand befinden.
1,3 Mrd. Euro gingen in die Infrastruktur des Landes, was eine Investitionsquote von 10,5 Prozent bedeute.
„Unsere Schwerpunkte liegen neben dem Schulbau und den Landestraßen in der Sanierung von Krankenhäusern, Hochschulen, Sportstätten, Justizvollzugsanstalten, kulturellen Einrichtungen, klimaneutralen Liegenschaften, Frauenhäusern, Frauenberatungsstellen und im Küstenschutz“, so Plambeck.
Man sehe dem Haushalt auch an, dass Jamaika in Schleswig-Holstein auch mit den Oppositionsfraktionen (bis auf die AfD) gut zusammenarbeiten könne, so Plambeck. Es zählten Argumente in der Sache, die man ernst nehme und bewerte.
„In Demut, aber auch mit Tatendrang gehen wir das Haushaltsjahr 2019 an“, so der Finanzpolitiker.