Koalition verabschiedet Haushalt
CDU: Schleswig-Holstein braucht keinen Schönwetter-Kapitän
In der heutigen Abschlussdebatte über den Landeshaushalt 2017 haben CDU-Redner der Koalition aus SPD, Grünen und SSW Versagen vorgeworfen. „Gerade in Zeiten hoher Einnahmen beweist sich kluge Haushaltspolitik. Sie haben trotz höchster Einnahmen alle Haushaltsansätze ausgereizt und das Land nicht im Ansatz auf schwierige Zeiten vorbereitet“, erklärte Oppositionsführer Daniel Günther in Kiel.
Die Koalition von SPD, Grünen und SSW könne jährlich 2,5 Milliarden Euro mehr ausgeben als ihre Vorgängerregierung vor wenigen Jahren, löse damit aber nicht die Probleme des Landes. „Sie belasten die Eltern mit den höchsten KiTa-Beiträgen aller Zeiten. Sie haben die Hochschulen finanziell von allen anderen Bundesländern abgehängt, weil sie diese zustehende Bundesmittel für andere Zwecke ausgegeben haben. Sie haben trotz zusätzlicher Lehrerstellen den Unterrichtsausfall nicht im Griff. Es gab nie weniger Polizeistationen im Land. Keine Regierung zuvor ist den Polizisten so in den Rücken gefallen und mit einem derartigen Misstrauen begegnet“, so Günther.
Zuvor hatte CDU-Haushaltsexperte Tobias Koch die wichtigsten Versäumnisse der Albig-Regierung im Haushalt nachgewiesen. Schleswig-Holstein erfülle zwar die Schuldenbremse, dies allerdings ohne jede eigene Anstrengung. „Kein anderer Ministerpräsident vor Ihnen, Herr Albig, hatte es so leicht wie Sie und hat so wenig erreicht. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie es denn wäre, wenn wieder einmal schwere Zeiten auf unser Land zukommen und Sie dann immer noch Ministerpräsident sein sollten. In guten Zeiten zu regieren, das kann jeder, das haben auch Sie geschafft. Unser Land braucht aber keinen Schönwetter-Kapitän!“, so Koch.
Mit 1.250 Lehrerstellen habe Bildungsministerin Wende im November 2012 den zusätzlichen Bedarf beziffert, um eine 100-prozentige Unterrichtsversorgung zu erreichen. Mittlerweile hätten SPD, Grüne und SSW 2.250 Lehrerstellen geschaffen, davon 770 Stellen für den Flüchtlingsbereich. „Dennoch fällt weiterhin Unterricht aus: Von 2,5 Prozent an den Grundschulen bis hin zu 8,9 Prozent an den Berufsbildenden Schulen. Weil Sie erst einmal Ihre Bildungsideologie umgesetzt haben. Und nun versprechen Sie die Lösung für die kommende Legislaturperiode“, so Koch.
Auch bei der Polizei sei erst jetzt ein Sicherheitspaket auf den Weg gebracht worden, das Lösungen für später ankündige. Die Zahl der Staatsanwälte liege in Schleswig-Holstein unter 90 Prozent des nachgewiesenen Bedarfs. In den Justizvollzuganstalten hätten SPD, Grüne und SSW die ohnehin geringe Personalausstattung durch ihre Reformen noch einmal verschlechtert. Zur Lösung all dieser Probleme habe die CDU-Fraktion Änderungsanträge vorgelegt.
Das KiTa-Geld der Regierung löse nicht das Problem des Personalmangels, sondern sei ein reines Wahlgeschenk, so die Kritik der CDU. Bei den Investitionen würden die Versäumnisse besonders deutlich. „Im Vergleich zu 2012, also dem letzten Regierungsjahr von CDU und FDP, werden die damaligen Investitionen gerade einmal um 25 Millionen Euro übertroffen. Das deckt noch nicht einmal die zwischenzeitlichen Preissteigerungen. Und das bei 2.500 Millionen Euro Euro mehr pro Jahr“, so Koch.