HSH-Nordbank: CDU fordert Klarstellung von Ministerpräsident Albig
Schäuble lässt Aussagen zu EU- und Bundeshilfen zurückweisen
Mit Äußerungen über mögliche Finanzhilfen aus Berlin und Brüssel hat Ministerpräsident Albig in dieser Woche für Aufsehen gesorgt. In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt hatte der Regierungschef mit Blick auf die HSH-Nordbank erklärt, dass neben dem Landeshaushalt im schlechtesten Fall auch der Bund und die EU betroffen wären. Die dann fällige Summe von 16 Milliarden Euro wäre für Hamburg und Schleswig-Holstein zu groß.
Es dauerte nicht lange, bis Reaktionen aus Berlin und Hamburg folgten. Ein Sprecher von Finanzminister Schäuble betonte, dass Schleswig-Holstein nicht mit Hilfen des Bundes oder der EU rechnen könne. Dem stünden das europäische Regelwerk zur Sanierung und Abwicklung von Finanzinstituten und das gemeinsame Beihilferecht im Wege. Finanzsenator Tschentscher sagte, der Hamburger Senat sei sich „bewusst, dass Hamburg und Schleswig-Holstein in voller Höhe für ihre Verbindlichkeiten einstehen müssen".
CDU-Fraktionschef Daniel Günther forderte daraufhin den Ministerpräsidenten auf, im Landtag in der kommenden Woche seine Aussagen klarzustellen.
„Ministerpräsident Albig muss sagen, woher er seine Hoffnung auf Hilfen vom Bund und der EU nimmt. Kein ernst zu nehmender Regierungschef würde eine derart weitgehende Aussage treffen, ohne vorher Gespräche geführt zu haben. Offenbar hat Albig sich in dieser Frage nicht einmal mit Hamburg als zweitem HSH-Eigentümerland abgestimmt. Das entlarvt ihn einmal mehr als Schönredner, dem die langfristigen Folgen seiner Aussagen völlig egal sind“, erklärte Günther am Mittwoch in Kiel.
Nur einen Tag später gab es zum Thema HSH im Finanzausschuss weitere schlechte Nachrichten. Zum einen geht die HSH-Nordbank mittlerweile davon aus, dass die Ländergarantien in Höhe von zehn Milliarden Euro bereits in diesem Jahr gezogen werden müssen. Zum anderen zeichnet sich möglicherweise eine weitere Übertragung fauler Schiffskredite in Höhe von 1,2 Milliarden Euro von der HSH-Nordbank auf die ländereigene Abwicklungsbank hsh portfoliomanagement AöR ab. Nach der Ausschusssitzung konstatierte der CDU-Finanzpolitiker Tobias Koch: „Die Einschläge kommen immer näher.“