Initiative für mehr Wald in SH
CDU-Landtagsfraktion will Rentabilitätslücke für Unterhalt von Waldflächen schließen
Die Familie Willer, Inhaber des 1934 gegründeten schleswig-holsteinischen Tankstellenunternehmens Anton Willer, greift die Initiative der Landesregierung auf, für mehr Wald im Land zu sorgen. Gemäß Koalitionsvertrag der Jamaika-Partner CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP besteht die Zielsetzung, den Waldanteil im Land von 11 auf 12 Prozent zu erhöhen – innerhalb der nächsten zehn Jahre.
Ein ambitioniertes Projekt, denn es gilt, auf 15 000 ha bereitzustellendem Land insgesamt etwa 75 Millionen Bäume zu pflanzen. Das ist nur mit allen beteiligten Behörden, Verbänden und Vereinen sowie Unterstützung von Privatpersonen zu schaffen.
Die CDU-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag hat aus diesem Grund bereits im Herbst vergangenen Jahres zu einem ersten Waldgipfel aufgerufen, an dem 50 verschiedene Institutionen teilgenommen haben, die seither in engem Dialog miteinander sind.
Die CDU-Landtagsfraktion bringe in der Landtagssitzung in der kommenden Woche einen Antrag (19/2240) ein, eine Nutzungsausfallprämie bei Neuwaldbildung einzuführen, berichtete der Fraktionsvorsitzende Tobias Koch. Man werde die Landesregierung bitten, eine Förderrichtlinie auszuarbeiten. „Mit ihr soll eine Rentabilitätslücke für die Eigentümer der Flächen für die Kosten der laufenden Pflege und Unterhaltung der Neuwaldflächen geschlossen werden, die bisher entsteht, wenn die Flächen aus der landwirtschaftlichen Nutzung fallen – und damit auch die Prämienzahlungen ausfallen“, so der Fraktionsvorsitzende. Dadurch solle mehr Anreiz geschaffen werden, Flächen in Wald umzuwandeln.
Erfreulich sei die Aktion der Familie Willer, das Land beim Waldprojekt zu unterstützen – und das sei gleich in großem Maße und so vorbildlich, dass Ministerpräsident Daniel Günther die Schirmherrschaft übernommen habe: „Die Unternehmerfamilie Willer nimmt hier eine beispielhafte Vorreiterrolle ein, der hoffentlich noch viele folgen werden“, so Günther, denn auch wenn Schleswig-Holstein als Land zwischen den Meeren über ein gutes Klima verfüge, brauche es mittelfristig mehr Wald.
Bereits im Sommer 2019 hat Familie Willer begonnen, in Schleswig-Holstein Flächen zu erwerben, auf denen ab 2020 neuer Wald entstehen soll. Insgesamt sind 23 ha geplant. Für die Zukunft will die Unternehmerfamilie ihre Kunden einbeziehen: Pro Kubikmeter Kraftstoffabsatz schafft Willer ab Mitte Juni einen Quadratmeter neuen Wald in Schleswig-Holstein - im ersten Jahr werden das voraussichtlich etwa 70 000 m² sein. Der Wald entstehe dauerhaft, mit regionaltypischen Baumarten und diene nicht wirtschaftlichen Zwecken, so Georg Willer, Unternehmenschef. Die ersten Waldflächen werden im Umfeld der Gemeinde Lunden, rund 15 Kilometer von Heide entfernt, angelegt – dort, wo Schleswig-Holstein am waldärmsten ist, in Dithmarschen.