100 Jahre Kieler Matrosenaufstand
Landtag erinnert an Geburtsstunde der Demokratie
Der Kieler Matrosenaufstand jährt sich in diesem Jahr zum 100. Mal. Diesbezüglich widmeten sich die Abgeordneten des Schleswig-Holsteinischen Landtags heute dem Thema. Dem Kieler Matrosenaufstand ist auch das Ende des Kaiserreiches zuzuschreiben und gilt als Beginn der Demokratie in Deutschland. Unser Fraktionsvorsitzender Tobias Koch äußerte sich in der Debatte:
„Nach vier Jahren eines grausamen gegenseitigen Abschlachtens mit fast 20 Millionen Toten und über 20 Millionen Verletzten war der Krieg für die Mittelmächte endgültig verloren. Seit Anfang August 1918 befanden sich die Alliierten an allen Fronten auf dem Vormarsch. Am 2. Oktober 1918 räumte die Oberste Heeresleitung vor dem Reichstag die aussichtslose militärische Lage ein“, so Koch.
Der Plan einer letzten Entscheidungsschlacht gegen die englische Flotte um die falsch verstandene Ehre zu retten, erinnere stark an die Naziparolen aus dem zweiten Weltkrieg mit dem „Kampf bist zur letzten Patrone“. So sei der Mut einiger weniger Matrosen, sich den Befehlen zu widersetzen, besonders bemerkenswert gewesen, denn auf Meutern stand damals die Todesstrafe.
„Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich aus dem Kieler Matrosenaufstand eine bundesweite Bewegung. Es gründeten sich Soldaten- und Arbeiterräte. Daraus folgten politische Forderungen nach der Abdankung des Kaisers, nach allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlen für beiderlei Geschlechter und der Pressefreiheit. Diese Ereignisse der ersten Novembertage des Jahres 1918 bilden die Wurzel unserer parlamentarischen Demokratie, so wie wir sie heute kennen. Der Kieler Matrosenaufstand ist damit untrennbar verbunden. Vollkommen zu Recht erinnern wir deshalb 100 Jahre später an dieses historische Ereignis. Es ist deshalb wichtig, dass unsere Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, sondern dass wir unser heutiges Handeln immer wieder an den Lehren der Vergangenheit ausrichten“, so Koch.
Dem gemeinsamen Antrag von CDU, SPD, Grünen, FDP und SSW wurde zugestimmt.