Zukunftsfähigkeit der Häfen in Schleswig-Holstein: Schwarz-Grün investiert 140 Millionen Euro
Mit Investitionen in Höhe von 140 Millionen Euro aus dem Landesanteil des Sondervermögens des Bundes sollen die Häfen in Schleswig-Holstein modernisiert und ausgebaut werden. Grundlage hierfür ist die Landeshafenstrategie, die der Wirtschafts- und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen in der kommenden Woche im Landtag präsentieren wird. Doch das Zahlenwerk wurde bereits heute veröffentlicht.
Die geplanten Investitionen betreffen sowohl die Sanierung bestehender Infrastruktur als auch den Ausbau moderner Hafenanlagen. Dies kommt nicht nur den großen Häfen wie Lübeck, Kiel und Brunsbüttel zugute, sondern auch den kleineren Häfen Büsum und Hörnum. Alle Häfen in Schleswig-Holstein nehmen eine wesentliche Rolle ein, sei es im internationalen Handel, in der maritimen Wirtschaft, im Tourismus oder in der Versorgungssicherheit. Und zunehmend geht es bei den Häfen auch um Fragen der Resilienz und der Sicherheitspolitik.
Die wichtigsten Investitionen im Überblick:
- Büsum: Der größte Einzelposten mit 59 Millionen Euro fließt in den Ausbau des landeseigenen Hafens. Hier soll das Hafenbecken IV für 40 Millionen Euro erweitert und die Ostmole im Vorhafen saniert werden. Dadurch können künftig größere Schiffe abgefertigt werden, was für die maritime Wirtschaft in der Region von entscheidender Bedeutung ist.
- Kiel: Der Ostuferhafen wird bis 2028 mit rund 27 Millionen Euro aus dem Sondervermögen modernisiert. Geplant sind eine Erweiterung der Hafenflächen sowie die Installation von E-Ladesäulen für Lkw.
- Brunsbüttel: Der Elbehafen wird mit 25 Millionen Euro unterstützt. Hier ist eine umfassende Sanierung und der Ausbau des Tiefwasser-Kais vorgesehen, um die Hafeninfrastruktur für die Zukunft zu sichern.
- Hörnum auf Sylt: Für den maroden Hafen sind 20 Millionen Euro eingeplant. Vorausgesetzt wird ein tragfähiges Konzept der Gemeinde Hörnum, die den Hafen vom Bund übernehmen möchte.
- Lübeck: Der Lübecker Hafen erhält 9 Millionen Euro für den Ausbau von Landstromanlagen und den Aufbau eines Güterbahnhofs am Skandinavienkai.
Rasmus Vöge als Sprecher für Maritime Wirtschaft freut sich über diese Investitionen:
„Die Investitionen in die Häfen Schleswig-Holsteins sind ein entscheidender Schritt, um die maritime Infrastruktur der Region fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen. Sie sind ein deutlicher Beitrag zur Stärkung des internationalen Handels, der Offshore-Windenergie und der CO2-neutralen Industrien in unserem Land. Die schwarz-grüne Koalition setzt auf eine moderne und zukunftsfähige Hafeninfrastruktur, von der nicht nur die Küstenregionen, sondern die gesamte Wirtschaft Schleswig-Holsteins profitieren wird. Außerdem geht es um Fragen der Nutzbarkeit unserer Häfen mit Blick auf sicherheitspolitische Erfordernisse.“
Die angekündigten Investitionen sind zwar ein wichtiger Meilenstein zur Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit der schleswig-holsteinischen Häfen. Allerdings ist für uns auch klar: Der Bund muss deutlich mehr in die Infrastruktur der Häfen investieren. Der bisherige Sanierungsstau wird auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt, und die jährlichen Mittel des Bundes von derzeit nur zwei Millionen Euro sind bei weitem nicht ausreichend, um künftige Bedarfe zu finanzieren. Um den Herausforderungen und Potenzialen dauerhaft gerecht werden, ist eine deutliche Erhöhung der jährlichen Mittel daher zwingend geboten.