Landesaktionstag Bevölkerungs- und Katastrophenschutz an Schulen
Auf Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen hat der Landtag diese Woche über die Einführung eines Landesaktionstag Bevölkerungs- und Katastrophenschutz an den Schulen im Land beraten.
Zweig machte in der Debatte zu dem Antrag ( Drs. 20/2590) deutlich, dass Schulen eine zentrale Verantwortung für die Resilienz Bildung junger Menschen tragen. Sie stellte heraus, dass Kinder und Jugendliche schon früh lernen müssten, wie sie in Krisensituationen handlungsfähig bleiben können.
„Stellen Sie sich vor, unsere Schülerinnen und Schüler wären schon in jungen Jahren bestmöglich auf jede Krise vorbereitet – ob Sturmflut, Cyberangriff oder Stromausfall“, sagte Zweig. Durch regelmäßige Übungen wie Evakuierungen, Erste Hilfe und Notfallpläne könnten junge Menschen zu verantwortungsbewussten Bürgerinnen und Bürgern heranwachsen, die im Ernstfall wüssten, was zu tun sei. „Das klingt vorbildlich – aber leider ist es noch keine Realität.“
Sie erinnerte daran, dass Sicherheit längst kein Selbstläufer mehr sei. Über Jahrzehnte hinweg habe man in Europa Frieden und Stabilität als selbstverständlich wahrgenommen. Der Angriff Russlands auf die Ukraine habe dieses Vertrauen jedoch erschüttert. „Frieden ist kein Naturgesetz, Sicherheit kein Automatismus“, betonte Zweig.
Darüber hinaus verwies sie auf die wachsenden Gefahren durch Naturereignisse. Das Ostseehochwasser 2023 sei nur ein Beispiel für die Zunahme extremer Wetterlagen, die künftig häufiger auftreten würden. Katastrophen- und Bevölkerungsschutz müssten daher wieder stärker in den Mittelpunkt rücken – nicht nur technisch und organisatorisch, sondern auch gesellschaftlich.
Zweig hob hervor, dass das Bildungssystem jungen Menschen mehr vermitteln müsse als nur Wissen für Ausbildung und Beruf. Es solle sie auch auf das Leben selbst vorbereiten. „Resilienz gehört in die Klassenzimmer – praktisch und psychisch. Wir müssen jungen Menschen beibringen, wie sie in Gefahrensituationen handlungsfähig bleiben können.“ Als positives Beispiel nannte sie Großbritannien, wo Katastrophenübungen an Schulen längst selbstverständlich seien. Dort werde der Ernstfall geprobt, nicht um Angst zu machen, sondern um Sicherheit zu geben.
Konkret forderte sie ein umfassendes Konzept zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes. Vorgesehen sei ein landesweiter Aktionstag, an dem Einsatzkräfte und Hilfsorganisationen direkt in die Schulen gehen, um Wissen und Erfahrung weiterzugeben. Ergänzend sollten Unterrichtsinhalte zu Katastrophenschutz und Krisenbewältigung gestärkt werden. Entscheidend sei eine enge Vernetzung von Schulen, Kommunen und Einsatzkräften, um Informationen zu bündeln und Kräfte im Ernstfall schnell einsetzen zu können.
Auch die Bedeutung des Ehrenamts stellte Zweig heraus: „Ein solcher Aktionstag ist auch eine Chance, jungen Menschen die Bedeutung freiwilligen Engagements nahezubringen und so den Nachwuchs im Katastrophenschutz zu sichern. Ohne diesen Einsatz gibt es keine Sicherheit im Ernstfall.“
Zum Schluss formulierte sie einen klaren Appell: „Kinder, die schon früh wissen, wie sie sich und anderen helfen können. Schulen, die Sicherheit nicht nur lehren, sondern leben. Familien, die vorbereitet sind, weil Wissen und Übung selbstverständlich geworden sind – das muss unser Ziel sein. Damit das Realität wird, brauchen wir Ihre Zustimmung.“