Invasive Arten wirksam regulieren: Schutz für Deiche, Natur und Artenvielfalt
Mit einem Antrag zur Regulierung invasiver Arten setzt sich die CDU-Landtagsfraktion für eine stärkere Unterstützung bei der Bekämpfung von Nutria, Waschbär und Marderhund in Schleswig-Holstein ein. Ziel ist es, Natur, Artenvielfalt sowie die Küsten- und Hochwasserschutzanlagen des Landes dauerhaft zu schützen.
Im Haushalt 2026 stehen dafür 50.000 Euro bereit, um insbesondere die Fallenjagd und die gezielte Bestandsreduktion zu unterstützen. Die Mittel sollen künftig im Bereich Forstwirtschaft und Jagd gebündelt und gemeinsam mit der Jägerschaft wirksam eingesetzt werden.
Der Sprecher für Küstenschutz, Manfred Uekermann, machte in seiner Rede deutlich, warum Handlungsbedarf besteht:
„Wir tun dies nicht aus abstraktem Interesse, sondern weil sich in Schleswig-Holstein längst sehr konkrete Auswirkungen zeigen. Diese betreffen unsere Ökosysteme, die Artenvielfalt und zentrale Schutzinfrastrukturen des Küsten- und Hochwasserschutz unseres Landes.“
Besonders die Nutria entwickelt sich zunehmend zu einem Problem. Durch ihre Wühltätigkeit entstehen unterirdische Hohlräume in Deichen und Böschungen, die die Stabilität gefährden können. Uekermann warnte: „Wer Deichschutz ernst nimmt, muss deshalb auch invasive Arten reduzieren.“
Mehr als 1.000 Kilometer Deiche schützen Schleswig-Holstein vor Sturmfluten und Hochwasser. Schäden durch invasive Arten verursachen dabei nicht nur ökologische Probleme, sondern auch hohe Folgekosten für den Küsten- und Hochwasserschutz.
Auch Waschbär und Marderhund bedrohen heimische Tierarten und sensible Lebensräume. Beide Arten greifen laut Uekermann „massiv in Brutbiotope ein“ und erhöhen den Druck auf empfindliche Ökosysteme. Besonders bodenbrütende Vogelarten seien betroffen.
Schwarz-Grün setzt deshalb auf ein dauerhaftes und praxisnahes Management der invasiven Arten. Grundlage dafür ist auch die EU-Verordnung 1143/2014, die die Mitgliedstaaten zur aktiven Eindämmung invasiver Arten verpflichtet.
Eine zentrale Rolle kommt dabei der Jägerschaft zu. Uekermann betonte die wichtige Arbeit der ehrenamtlich engagierten Jägerinnen und Jäger: „Ohne die Jägerschaft wird dieses Problem nicht lösbar sein.“ Und weiter: „Diese Arbeit erfolgt fast ausschließlich ehrenamtlich, mit großem Fachwissen und hoher Verantwortung. Sie verdient Anerkennung und politische Unterstützung.“
Die geplante Förderung soll deshalb vor allem die praktische Umsetzung stärken und den Einsatz geeigneter, tierschutzgerechter Fallen unterstützen. Dabei gehe es laut Uekermann „um Verlässlichkeit, Kontinuität und Wirksamkeit und nicht um kurzfristige Einzelmaßnahmen“.
Der Antrag verfolgt damit einen klaren Ansatz: Schutz von Natur und Infrastruktur durch eine konsequente, fachlich fundierte und langfristige Regulierung invasiver Arten.