Heimische Eiweißpflanzen als ökonomische Chance nutzen
Bereits im Jahr 2013 initiierte der Bund die Eiweißpflanzenstrategie. Das Ziel derer ist es, den Anbau heimischer Eiweißpflanzen und insbesondere von Leguminosen zu fördern.
Auch der Landtag beschäftigte sich in dieser Woche mit der Nutzung heimischer Eiweißpflanzen. Die agrarpolitische Sprecherin Rixa Kleinschmit stellte fest:
„Diese Pflanzen sind nicht nur eiweißreich, sie besitzen auch die besondere Fähigkeit, mithilfe von Bodenbakterien Stickstoff aus der Luft zu binden und im Boden zu speichern. Das verbessert die Nährstoffversorgung, schont die Böden und reduziert den Bedarf an mineralischem Dünger.
Klingt abstrakt, bedeutet für die Praxis jedoch, dass wir gute Gründe haben, den Anbau von heimischen Erbsen, Ackerbohnen und Kleegras auszubauen und überdies noch einen Beitrag leisten, unabhängiger vom Weltmarkt zu werden und damit unsere Ernährungssicherheit zu stärken.“
Die Ernährungssicherheit sei schließlich eine der zentralen Zukunftsfragen. Hintergrund der Debatte sei die sogenannte Eiweißlücke. Zurzeit würden nur rund 30 Prozent des Eiweißbedarfs mit heimischer Ware gedeckt und rund 70 Prozent importiert.
„Wir wissen alle, wie schnell uns solche Abhängigkeiten in Schwierigkeiten bringen können. Deshalb ist es unser gemeinsames Ziel, die heimische Eiweißproduktion zu stärken und unabhängiger zu werden.“
Ein zentraler Baustein dabei sei die Verarbeitung heimischer Eiweißpflanzen zu hochwertigem Tierfutter. Wenn Ackerbohnen, Lupinen oder Kleegras noch stärker in der regionalen Futterverwertung eingesetzt würden, könnten Importe von Soja und anderen Eiweißfuttermitteln deutlich reduziert werden. „Das spart lange Transportwege, senkt CO₂-Emissionen und schafft zusätzliche Wertschöpfung direkt hier in der Region.
Vor diesem Hintergrund könnte Schleswig-Holstein mit seiner leistungsfähigen Landwirtschaft und modernen Mischfutterindustrie eine Vorreiterrolle einnehmen“, so die Abgeordnete.
Dabei sollten auch die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass sich der Anbau von Eiweißpflanzen betriebswirtschaftlich lohnt.
„Wenn wir die heimische Eiweißproduktion stärken, machen wir unsere Landwirtschaft unabhängiger, wirtschaftlich stabiler und zukunftsfähiger.
Das ist ein Gewinn für unsere Landwirtinnen und Landwirte, für den Klimaschutz und für die regionale Wertschöpfung“, betonte Kleinschmit abschließend.