Großer Schritt für mehr Chancengerechtigkeit

Bund und Länder haben seit 2022 über das Startchancen-Programm verhandelt. Das Ergebnis wurde heute im schleswig-holsteinischen Landtag debattiert.

„Das Startchancen-Programm startet jetzt durch – eine echte Chance für das deutsche Bildungssystem, für unsere Schulen, Lehrkräfte, Schülerschaft und ihre Familien. Die Verhandlungen haben sich gelohnt – am Ende steht ein Milliardenprogramm für benachteiligte Schülerinnen und Schüler“, so der bildungspolitische Sprecher Martin Balasus.

Schleswig-Holstein habe sich intensiv in die Verhandlungen eingebracht. Der Abgeordnete danke insbesondere Bildungsministerin Karin Prien und Staatssekretärin Dorit Stenke für ihren Einsatz.

„4000 Schulen in Deutschland werden Geld bekommen, um Schülerinnen und Schüler aus sozial herausfordernder Umgebung gezielt zu fördern. Damit auch wirklich diejenigen am meisten von dem Programm profitieren, welche am dringendsten Unterstützung brauchen, bildet der Sozialindex die Basis für die Verteilung der Mittel und nicht der Königsteiner Schlüssel. Armutsrisiko und Herkunft sollen entscheidend sein. Ein überzeugender Ansatz, der einen großen Schritt in Richtung mehr Chancengerechtigkeit ausmacht“, so Martin Balasus.

Das Startchancenprogramm sei von drei Säulen geprägt: Investitionen in die Lernumgebung, ein Chancenbudget für Schul- und Unterrichtsentwicklung und drittens mehr Personal zur Stärkung multiprofessioneller Teams.

„Und das Beste: Bestehende Länderprogramme wie unser in der Fachwelt hochgelobtes PerspektivSchul-Programm werden anerkannt. Und nicht nur das. Sie werden ausgebaut! Wir werden den Kreis unserer 62 PerspektivSchulen auf etwa 140 erweitern können. Damit wird jede sechste Schülerin/ jeder sechste Schüler von dem Programm profitieren“, führte der Bildungspolitiker aus.

Zehn Jahre solle es laufen mit dem erklärten Ziel: Die Anzahl der Kinder, welche die Mindeststandards im Lesen, Schreiben, Rechnen nicht erreichen, deutlich zu verringern. Der Start des Bundesprogramms sei am 1. August. Hierzu Martin Balasus: „Bis dahin gibt es aber noch vieles zu tun. Das wird ganz sicher nicht einfach, aber bleiben wir zuversichtlich!“

Besonders erfreulich sei, dass der Bund auch klare Signale zur Fortsetzung des Digitalpakts gegeben habe. „Vor kurzem schien dies noch in weiter Ferne – nun kommen beide Nachrichten fast zeitgleich“, so Balasus.

Es gebe auch ein Wermutstropfen. „Das Programm droht ein Bürokratie-Ungetüm zu werden. Leider wenig überraschend für Deutschland, wir können ja bekanntlich nur kompliziert. Wir müssen nur endlich vom Lamentieren zum Praktizieren kommen – und dazu braucht es Transpirieren“, so der bildungspolitische Sprecher abschließend.

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