Ganztag in Schleswig-Holstein: Rekordinvestitionen auf dem Weg zum Rechtsanspruch
Mit Blick auf den kommenden Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Erstklässlerinnen und Erstklässler ab dem Schuljahr 2026/27 ist Schleswig-Holstein gut vorbereitet. Auf der gestrigen Pressekonferenz hat Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke hierzu Einzelheiten präsentiert.
Dabei gehe es nicht nur um den Ausbau von Plätzen, sondern auch um Qualität: „Es geht um einen quantitativen Ausbau und um eine qualitative Weiterentwicklung. Damit der Ganztag Kindern Chancen geben und Benachteiligungen abbauen kann“, so die Ministerin. Ein zentrales Element ist das neue pädagogische Rahmenkonzept, das Unterricht und ergänzende Angebote stärker verzahnt. Vor- und Nachmittag würden zusammengedacht. Ziel sei es, Kinder ganzheitlich zu fördern – fachlich, sozial und in ihrer individuellen Entwicklung.
Ein Schwerpunkt der Maßnahmen liegt auf der Finanzierung. Das Land übernimmt einen Großteil der Kosten und stellt erhebliche Mittel bereit – für Investitionen, Betrieb und Personalentwicklung. Gerade in Zeiten der Haushaltskonsolidierung ist das ein wahrer Kraftakt und eine klare Prioritätensetzung zu Gunsten der Bildung.
Für den laufenden Betrieb teilen sich Land und Kommunen die Kosten im Verhältnis 75 zu 25. Perspektivisch wird das Land bei vollständigem Ausbau jährlich mehr als 200 Millionen Euro bereitstellen.
Zuletzt gab es Diskussionen um die noch ausstehenden Investitionen im schulischen Ganztag. Auch hier legt das Land kräftig nach: Zusätzlich zu den bereits eingeplanten 280 Millionen Euro aus dem Sondervermögen sollen weitere bis zu 250 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig hat man sich mit den Kommunalen Landesverbänden auf die konkrete Ausgestaltung der Investitionsförderung und Anrechenbarkeit von Doppelnutzungen geeinigt. Das ist erforderlich, damit die Anträge der Schulträger und Kommunen nun zügig abgearbeitet werden können und die Akteure vor Ort Klarheit bekommen.
Ein weiterer Baustein ist die Qualitätssicherung durch Personalentwicklung. Die Qualität des Ganztags hänge wesentlich von den Menschen ab, die ihn gestalten, betonte die Ministerin gestern. Deshalb werde eine umfassende Fort- und Weiterbildungsinitiative gestartet, die schrittweise auf bis zu vier Millionen Euro jährlich anwächst, um jene zu stärken, die bereits im Ganztag arbeiten und auch die zu befähigen, die sich einen Quereinstig in den Ganztag vorstellen können.
Zugleich spielen Kooperationen eine zentrale Rolle. Angebote aus Sport, Kultur oder MINT-Bildung sollen den Ganztag bereichern. Dies führe zu einem noch attraktiveren und vielfältigeren Ganztag. Dafür stellt das Land jährlich über 20 Millionen Euro bereit.
Der bildungspolitische Sprecher Martin Balasus zeigt sich zufrieden: „Es geht mit großen Schritten voran beim schulischen Ganztag.“ Besonders wichtig sei die Einigung über die Ausgestaltung der Investitionsförderung: „Diese Einigung ermöglicht es nun, die eingereichten Förderanträge zügig abzuarbeiten, sodass alle im Laufe des Jahres beschieden werden können.“
Balasus unterstrich zudem die Bedeutung zusätzlicher Landesmittel: „Damit steht das Land zu seinem Versprechen, sich anteilig mit 85 Prozent an den förderfähigen Investitionskosten für den schulischen Ganztag zu beteiligen.“
Unser Fazit fällt entsprechend klar aus: „Die Landesregierung setzt alle Schritte auf dem Weg zum schulischen Ganztag konsequent und zusammen mit allen Akteuren um. So kann der Rechtsanspruch kommen!“