Den Rettungsdienst bedarfsgerecht und zukunftsfest aufstellen

Die Zukunft des Rettungsdienstes in Schleswig-Holstein stand im Mittelpunkt des jüngsten FördeForums der CDU-Landtagsfraktion. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Gesundheitswesen, dem Rettungsdienst, den Feuerwehren sowie weiteren Fachbereichen wurde über die geplante Reform des Rettungsdienstgesetzes und die aktuellen Herausforderungen in der Notfallversorgung diskutiert.

Nach der Begrüßung durch den CDU-Fraktionsvorsitzenden Tobias Koch stellte Justiz- und Gesundheitsministerin Prof. Dr. Kerstin von der Decken den aktuellen Gesetzentwurf vor, der sich ab Juni im parlamentarischen Verfahren befindet. Ziel der Reform ist es, den Rettungsdienst zukunftsfest aufzustellen und ihn an die wachsenden Herausforderungen im Gesundheitswesen anzupassen.

Dabei machte die Ministerin deutlich, dass der Rettungsdienst eine tragende Säule der medizinischen Versorgung in Schleswig-Holstein sei. Gleichzeitig stehe das System zunehmend unter Druck. Steigende Einsatzzahlen, der demografische Wandel, ein spürbarer Fachkräftemangel sowie eine wachsende Zahl von Einsätzen ohne akuten medizinischen Notfall führten dazu, dass Personal und Strukturen vielerorts an ihre Belastungsgrenzen gelangen. „Unser Ziel ist es, den Rettungsdienst zukunftsfest aufzustellen. Wer dringend Hilfe braucht, muss sich darauf verlassen können, dass diese schnell und zuverlässig kommt“, fügte die Ministerin hinzu.

Im Anschluss an die Vorstellung des Gesetzentwurfs folgte eine Diskussionsrunde, die von der unserer Abgeordneten Wiebke Zweig als Sprecherin für den Rettungsdienst moderiert wurde. Gemeinsam mit der Ministerin diskutierten der stellvertretende Geschäftsführer des RKiSH, Jan Osnabrügge, der Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Schleswig-Holstein, Dr. Jens Lassen, sowie Nihat Tahmaz, leitender Oberarzt der Interdisziplinären Notaufnahme am UKSH in Kiel, über die praktischen Herausforderungen im Rettungswesen.

Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere die Erfahrungen aus dem Alltag. Die Experten schilderten eindrucksvoll die steigenden Belastungen in Arztpraxen, Rettungsdiensten und Notaufnahmen. Dr. Jens Lassen verwies auf die hohe Zahl an Patientinnen und Patienten, die täglich in den hausärztlichen Praxen versorgt werden müssen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Notaufnahmen und Rettungsdienste immer häufiger mit Fällen konfrontiert werden, die keine akuten medizinischen Notfälle darstellen. Dadurch werden personelle und zeitliche Ressourcen gebunden, die an anderer Stelle dringend benötigt werden.

Das neue Rettungsdienstgesetz möchte dem unter anderem durch eine noch zielgerichtetere Steuerung entgegenwirken. Künftig soll es beispielsweise rechtssicher möglich sein, bei der 112 eingehende Notrufe auch an die 116 117 weiterzuleiten, wenn die Patienten im ambulanten Bereich besser aufgehoben wären. Gleichzeitig sollen die Leitstellen künftig Notfälle anhand klarer Kriterien in Einsatzkategorien einteilen können. Je nach Dringlichkeit und medizinischer Notwendigkeit wird dann das jeweils am besten geeignete Personal samt dem am besten geeigneten Fahrzeug für diesen jeweiligen Notfall entsandt. Damit wird zielgerichtet mit den immer knapper werdenden Ressourcen, zu denen auch das Personal und seine Zeit gehören, umgegangen.

In der anschließenden Fragerunde hatten die Gäste die Möglichkeit, ihre Anliegen und Erfahrungen direkt einzubringen. Die Fragen aus dem Publikum machten deutlich, wie groß das Interesse an einer leistungsfähigen und zukunftssicheren Notfallversorgung ist. Gemeinsam wurden Herausforderungen, Verbesserungsmöglichkeiten und die Auswirkungen der geplanten Reform diskutiert. Dabei ging es insbesondere auch um das Zusammenwirken vom Hauptamt und den ehrenamtlichen Sanitätsdiensten.

Insgesamt zeigte sich, dass die Fachleute die Zielrichtung des Gesetzentwurfs grundsätzlich unterstützen. Einigkeit bestand darüber, dass die vorhandenen Ressourcen künftig noch gezielter eingesetzt werden müssen, damit Menschen mit akuten medizinischen Notfällen schnell die notwendige Hilfe erhalten und das Fachpersonal gleichzeitig entlastet wird.

Wiebke Zweig betonte die Bedeutung des direkten Austauschs zwischen Politik und Praxis: „Der direkte Austausch mit denjenigen, die täglich Verantwortung im Rettungsdienst, in den Feuerwehren, Arztpraxen und Notaufnahmen übernehmen, ist für uns alle von großer Bedeutung. Nur wenn wir gemeinsam die Erfahrungen aus der Praxis teilen, können wir gute und praxistaugliche Rahmenbedingungen schaffen.“

Das FördeForum hat damit erneut gezeigt, wie wichtig der Dialog zwischen Politik und den Akteuren vor Ort ist. Die aus der Veranstaltung gewonnenen Erkenntnisse und aufgeworfenen Fragen werden nun in die weiteren Beratungen zum Rettungsdienstgesetz einfließen. Ziel bleibt es, die Notfallversorgung in Schleswig-Holstein langfristig zu stärken und den Rettungsdienst auch für zukünftige Herausforderungen bestmöglich aufzustellen.

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