Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende im ganzen Land

Berufliche und akademische Bildung sind gleichwertig. Aus dieser Überzeugung heraus setzt sich die CDU-Landtagsfraktion dafür ein, die Bedingungen für Auszubildende in Schleswig-Holstein weiter zu verbessern. Ein wichtiger Baustein ist dabei bezahlbarer Wohnraum in der Nähe des Ausbildungsbetriebes oder der Berufsschule. Der Landtag hat deshalb am 17. September erstmals über den Gesetzentwurf von Schwarz-Grün zur Errichtung eines Auszubildendenwerks beraten.

Während Studierende bereits seit mehr als 50 Jahren durch das Studentenwerk unterstützt werden und in Schleswig-Holstein auf mehr als 3.000 Wohnheimplätze zurückgreifen können, fehlt für Auszubildende bislang eine vergleichbare landesweite Struktur. Dabei befindet sich der passende Ausbildungsplatz nicht immer am Wohnort oder in der Nähe des Elternhauses. Gerade dann kann es für junge Menschen zu einer großen Herausforderung werden, eine bezahlbare Unterkunft zu finden.

Der Fraktionsvorsitzende Tobias Koch erklärte deshalb: „Auch Auszubildende brauchen in der Nähe ihres Ausbildungsbetriebes bezahlbaren Wohnraum. Genau dafür sorgen wir mit dem Azubiwerk Schleswig-Holstein“, betonte Koch.

Das geplante Azubiwerk soll als rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts errichtet werden. Seine zentrale Aufgabe wird es sein, bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende in Schleswig-Holstein zu schaffen und bereitzustellen. Dabei soll der Bedarf im ganzen Land berücksichtigt werden. Wohnheime sollen nicht nur in den größeren Städten wie Kiel entstehen, sondern überall dort, wo sie tatsächlich benötigt werden.

Welche Standorte besonders infrage kommen, wird derzeit durch eine regionale Bedarfsanalyse des Innenministeriums ermittelt. Auf Grundlage der Ergebnisse sollen anschließend die Standorte für künftige Azubiwohnheime ausgewählt werden. Auch die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern werden eng eingebunden. Sie sollen im Verwaltungsrat des Azubiwerks vertreten sein und ihre Kenntnisse über die regionalen Ausbildungsstrukturen einbringen.

Für die Arbeit des Azubiwerks sollen künftig jährlich sieben Millionen Euro aus dem Landeshaushalt bereitgestellt werden. Im Gründungsjahr 2027 sind zunächst vier Millionen Euro vorgesehen, die bereits im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr eingeplant sind. Dieser Landeszuschuss soll den finanziellen Grundstock bilden, auf dem weitere Finanzierungen aufgebaut werden können. Gemeinsam mit einer möglichen Fremdfinanzierung und Mitteln der Sozialen Wohnraumförderung könnte dadurch jährlich ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag für den Bau von Azubiwohnungen zur Verfügung stehen.

Von zusätzlichen Wohnangeboten profitieren nicht nur die Auszubildenden, sondern auch die Betriebe. Wenn Unternehmen neben einem Ausbildungsplatz zugleich eine passende Unterkunft anbieten können, erleichtert dies die Gewinnung von Nachwuchskräften und die Besetzung freier Ausbildungsplätze.

Dadurch könnten künftig auch junge Menschen aus anderen Regionen oder Bundesländern leichter für eine Ausbildung in Schleswig-Holstein gewonnen werden. Das stärkt die Ausbildungsbetriebe und hilft dabei, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Koch unterstrich daher: „Von einer solchen Nachwuchsgewinnung würden wir alle in Schleswig-Holstein profitieren.“

Azubiwohnheime könnten außerdem an Standorten von Berufsschulen oder Regionalen Bildungszentren einen wichtigen Beitrag leisten. Der Gesetzentwurf ermöglicht ausdrücklich auch die zeitlich begrenzte Vermietung von Zimmern an Auszubildende, die für ihren Blockunterricht eine Unterkunft benötigen. Damit können weite Wege zwischen Wohnort, Ausbildungsbetrieb und Berufsschule vermieden werden.

Neben der Schaffung und Bereitstellung von Wohnraum soll das Azubiwerk Auszubildende auch wirtschaftlich und sozial unterstützen. Vorgesehen sind Beratungen zu bestehenden Hilfsangeboten sowie eigene Unterstützungsleistungen, beispielsweise eine Azubistarthilfe oder ein Notlagenfonds. Darüber hinaus kann das Azubiwerk soziale und psychologische Beratungsangebote bereitstellen und kulturelle Interessen der Auszubildenden fördern.

Mit dem Azubiwerk schafft Schleswig-Holstein eine verlässliche Struktur, die Auszubildende unterstützt und die berufliche Bildung insgesamt stärkt. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum steht dabei im Mittelpunkt.

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