Aktuelle Stunde zum Vertretungsfonds

Die letzte Plenartagung vor der Sommerpause begann am Mittwoch mit einer Aktuellen Stunde zur Situation der Vertretungslehrkräfte. Auslöser hierfür war eine aktuelle Berichterstattung, wonach der sogenannten Vertretungsfonds bereits jetzt erschöpft und überzeichnet sei.

Aus diesem Fonds werden Vertretungslehrkräfte finanziert, sobald Vertretungsregelungen nicht innerhalb der Schule gefunden werden können und Hilfe von Extern erforderlich ist.

Für die CDU-Landtagsfraktion sprach hierzu der bildungspolitische Sprecher Martin Balasus.

Balasus betonte, dass kurzfristige Ausfälle etwa durch Erkrankungen im Schulalltag zunächst nicht ungewöhnlich seien. Problematisch werde es jedoch, wenn Lehrkräfte langfristig ausfallen und kein Ersatz bereitsteht. Für gerade solche Fälle existiere der sogenannte Vertretungsfonds, der schnelle und flexible Lösungen ermöglichen soll. Die eingesetzten Vertretungskräfte seien, so Balasus wörtlich, „eine Art Feuerwehr“, die dort einspringe, „wo es wegen knappen Personals gerade brennt“. Ihnen sprach er ausdrücklich seinen Dank aus.

Aktuell sei jedoch eine schwierige Situation entstanden: Die Mittel des Vertretungsfonds für Grund- und Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe seien schneller als geplant aufgebraucht worden – rund 700.000 Euro mehr als im Haushalt vorgesehen seien bereits verwendet worden. Neue Vertragsabschlüsse für die Zeit nach den Sommerferien waren kurzfristig nicht möglich.

Als Ursachen nannte Balasus unter anderem einen besonders hohen Krankenstand in diesem Jahr sowie Defizite im Controlling der Schulämter. Künftig müsse das Land schneller über solche Entwicklungen informiert werden, um rechtzeitig handeln zu können. „Fehler passieren – entscheidend ist, wie man auf sie reagiert“, betonte er.

Und die Reaktion erfolgt umgehend: Bereits vor den Sommerferien werde der Vertretungsfonds erneut aufgefüllt – durch Umschichtungen im Landeshaushalt. Das sichere die Planbarkeit für Schulen und vermeide Unterrichtsausfall zum Schuljahresstart. Zudem kündigte Balasus an, dass auch das Controlling verbessert und digitale Tools wie KoPers überprüft werden sollen.

Langfristig setzt das Land laut Balasus auf eine gezielte Personalstrategie. Die Gewinnung neuer Lehrkräfte sei essenziell, denn: „Je mehr Personal zur Verfügung steht, desto weniger muss vertreten werden.“ Der vom Bildungsministerium vorgestellte vierte Handlungsplan zur Lehrkräftegewinnung beinhalte eine Vielzahl an Maßnahmen – von verkürzten Sabbatregelungen über die Anerkennung ausländischer Abschlüsse bis hin zum Direkteinstieg nach dem Bachelor mit berufsbegleitender Weiterbildung.

Zudem werde im kommenden Schuljahr ein Konzept zur Integration von Unterstützungskräften ohne Lehramtsbefähigung erarbeitet, mit dem Ziel, diese dauerhaft im Schulbetrieb einzusetzen. Ziel sei die Stärkung multiprofessioneller Teams. Schleswig-Holstein reagiere somit entschlossen auf akute Herausforderungen – und setze zugleich auf eine nachhaltige Strategie zur Sicherung der Unterrichtsversorgung.

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