35 Millionen Euro für die Kinderbetreuung: Paket „KiTa für Alle“ stärkt Kinder, Fachkräfte und Kommunen
Gestern haben Familienministerin Aminata Touré und unser Fraktionsvorsitzender Tobias Koch das Paket „KiTa für Alle“ in Höhe von 35 Millionen Euro vorgestellt, die dem KiTa-System in Schleswig-Holstein zugutekommen.
Hintergrund des Pakets sind leicht rückläufige Kinderzahlen. Die dadurch freiwerdenden Mittel werden bewusst nicht eingespart, sondern für qualitative Verbesserungen eingesetzt. Dazu Tobias Koch:
„Für uns ist klar, dass wir dem Kita-System kein Geld entziehen. Das Geld aus dem Landeshaushalt, welches für die KiTas im Land bestimmt war, wird auch in Zukunft für diese vorgesehen. Freie Finanzmittel aufgrund rückläufiger Kinderzahlen nutzen wir deshalb, um uns intensiver um die vorhandenen Kinder zu kümmern und deren individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden. Gleichzeitig verbessern wir die Rahmenbedingungen für Beschäftigte und Kommunen“
Bereits durch die KiTa-Gesetzesnovelle zum Jahreswechsel 2024/2025 wurde das System verlässlicher und flexibler aufgestellt. Das Land investiert inzwischen rund 800 Millionen Euro jährlich in die Kindertagesbetreuung – so viel wie nie zuvor. Mit „KiTa für Alle“ wird dieser Weg nun konsequent fortgesetzt.
Die zehn Maßnahmen im Überblick:
- Bessere KiTa-Zugänge:
Um insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund sowie aus bildungsfernen Familien zu erreichen, werden die 144 Familienzentren im Land personell gestärkt. Mit 3 Millionen Euro jährlich sollen durch aufsuchende Arbeit und gezielte Ansprache höhere Betreuungsquoten erreicht werden. - Ausbau der PerspektivKitas:
Das erfolgreiche Modell der PerspektivKitas wird deutlich ausgeweitet: Zusätzlich zu den bereits bestehenden Einrichtungen entstehen 125 neue PerspektivKitas im ganzen Land. Dafür stellt das Land 5,3 Millionen Euro jährlich bereit, um Kinder mit besonderem Förderbedarf gezielt zu unterstützen und den Übergang in die Schule zu erleichtern. - Stärkung der Fachkräfte durch realistische Krankentage-Finanzierung:
Künftig werden 19 statt bisher 15 Krankentage bei der Finanzierung berücksichtigt. Mit 12 Millionen Euro jährlich sorgt das Land für mehr Personalressourcen, verlässlichere Öffnungszeiten und eine spürbare Entlastung der Fachkräfte – zugleich profitieren Kommunen durch mehr Planungssicherheit. - Mehr Inklusion in den KiTas:
Mit 4 Millionen Euro jährlich finanziert das Land zusätzliche pädagogische Fachkräfte für die inklusive Arbeit direkt in den Einrichtungen. Bestehende Förderstrukturen wie die Kompetenzteams Inklusion bleiben erhalten und werden ergänzt. - Umsetzung neuer Bildungsleitlinien:
Die neuen KiTa-Bildungsleitlinien werden mit 300.000 Euro jährlich in die Praxis gebracht. Workshops, Fachtage und Feedbackformate unterstützen die Fachkräfte bei Themen wie Partizipation, Inklusion, Kinderschutz, Nachhaltigkeit sowie zentralen Bildungsbereichen von Sprache bis Digitalisierung. - Neubauzuschlag für Kommunen:
Um Gebäudekosten besser abzufedern, erhöht das Land seinen Anteil am Neubauzuschlag um 8 Millionen Euro jährlich. Das schafft Planungssicherheit und entlastet Kommunen, die zuletzt hohe Defizite tragen mussten. - Finanzielle Entlastung der Kommunen:
Mit insgesamt 5,8 Millionen Euro gleicht das Land unter anderem gestiegene Krankenversicherungsbeiträge aus und berücksichtigt Korrekturbedarfe im Finanzierungssystem. Ziel ist eine faire Kostenverteilung zwischen Land, Kommunen und Eltern. - Verbesserung des KiTa-Portals für Eltern:
Das landesweite KiTa-Portal wird mit einmalig 1,5 Millionen Euro weiterentwickelt. Eltern sollen transparenter und verlässlicher erkennen können, wo und in welchem Umfang Betreuungsplätze verfügbar sind. - Einbindung der Kindertagespflege in die KiTa-Datenbank:
Mit einmalig 1,1 Millionen Euro wird die Kindertagespflege vollständig in die KiTa-Datenbank integriert. Das reduziert Bürokratie und vereinfacht Förderabläufe für Tagespflegepersonen und Kommunen. - Flexiblere gesetzliche Bedarfsplanung:
Das KiTa-Gesetz wird angepasst, um schneller auf sinkende Kinderzahlen und freie Platzkapazitäten reagieren zu können. Eine flexiblere und kürzere Bedarfsplanung hilft, Leerstandskosten zu vermeiden und das Angebot bedarfsgerecht auszurichten.
Koch stellt abschließend fest: „Mit diesem Paket wird das bestehende KiTa-System gezielt weiterentwickelt, indem wir noch mehr Kinder als bisher erreichen, deren Bedürfnissen besser gerecht werden und die kommunale Ebene entlasten. Die Grundpfeiler unserer KiTa-Politik, nämlich Verlässlichkeit und Flexibilität, werden damit erneut gestärkt.“