Heike Franzen

Heike Franzen
Bildungspolitik

| Nr. 447/11

zu TOP 43: Nie war die Unterrichtsversorgung in Schleswig-Holstein so gut wie heute

Wir beraten heute den Bericht zur Unterrichtssituation in Schleswig-Holstein 2010/2011, also den des letzten Schuljahres. Ich habe mir einmal den Bericht aus dem Schuljahr 2005/2006 daneben gelegt, um festzustellen, was sich eigentlich in den letzten Jahren in den Schulen verändert hat, insbesondere, seit die CDU in diesem Land Regierungsverantwortung trägt. Und ich kann Ihnen sagen, ich bin zu einigen erstaunlichen Erkenntnissen gelangt, die ich Ihnen nicht vorenthalten will.

Dass wir seit dem Schuljahr 2006 kontinuierlich weniger Schülerinnen und Schüler in unseren Schulen haben, wird hier niemanden überraschen. Bis zu diesem Schuljahr sind es rund 16.000. Dennoch wurden in den letzten Jahren 1.200 zusätzliche Planstellen geschaffen, und das hat zu einer deutlichen Verbesserung der Unterrichtssituation in Schleswig-Holstein geführt. Dabei haben sich die durchschnittlichen Klassenfrequenzen seit dem Jahr 2005 kaum verändert. Sie sind in der Tendenz sogar leicht sinkend. Nehmen wir das Beispiel der Grundschulen. Da hatten wir 2005 noch 5.431 Klassen mit durchschnittlich 21,8 Schülerinnen und Schülern, in 2010 sind es 4.796 Klassen mit durchschnittlich 21,5 Schülerinnen und Schülern. Ganz ähnlich sieht es in den anderen Schularten aus. Verändert hat sich die Anzahl der Klassen, die werden weniger. Der immer wieder erhobene Vorwurf, die Klassen in unserem Land würden immer größer, ist also falsch. Sie liegen insgesamt im Länderdurchschnitt, lediglich in der Sekundarstufe I des Gymnasiums weichen wir signifikant vom Länderdurchschnitt ab. Der liegt hier bundesweit bei 27 Schülerinnen und Schülern, in Schleswig-Holstein sind es 25,4.

Die Zahl der erteilten Unterrichtsstunden ist an den allgemein bildenden Schulen trotz der rückläufigen Schülerzahlen gegenüber dem Vorjahr um 7.500 Stunden gestiegen. Der Anstieg macht sich insbesondere in den aufwachsenden Regional- und Gemeinschaftsschulen bemerkbar. Ebenso wie bei den beruflichen Schulen. Lassen Sie mich auch hier einen Vergleich zum Schuljahr 2005/2006 machen. 2005 wurden an den Realschulen 1,31 Unterrichtsstunden pro Schüler erteilt. 2010 sind es an den Regional- und Gemeinschaftsschulen zwischen 1,66 und 1,78 Unterrichtsstunden pro Schüler. Ähnlich ist es an allen anderen Schularten. Also eine deutliche Verbesserung der Unterrichtsversorgung. Gegenüber 20005 haben sich die erteilten Unterrichtsstunden pro Schüler um über 8 % gesteigert. Unterrichtszeit, die bei den Kindern angekommen ist!

Ganz besonders erfreulich ist die Entwicklung bei den berufsvorbereitenden Maßnahmen der beruflichen Schulen. Also bei den Schülerinnen und Schülern, die nach dem Besuch der Schule unversorgt blieben. Hier haben wir eine Reduzierung gegenüber dem Vorjahr von 13,7 %. Das ist auch ein Erfolg der Ausbildungsoffensive der Landesregierung und der Wirtschaft in Schleswig-Holstein.

Zur Vermeidung von Unterrichtsausfall hat es in den vergangen Jahren eine Vielzahl von Maßnahmen gegeben unter anderem stellt das Land jährlich rund 12.1 Mio. € zur Verfügung, um Vertretungen zu finanzieren. Dennoch lässt sich Unterrichtsausfall nicht komplett vermeiden. Wenn man allerdings bedenkt, dass wir noch im Jahr 2004 eine Ausfallquote von über 5 % hatten und inzwischen bei rund 2 % liegen, dann haben auch diese Maßnahmen Wirkung gezeigt. Die in der letzten Woche von den Eltern und der IVL erhobene Kritik an der Erhebung des Unterrichtsausfalls durch das System ODIS ist nicht ganz unberechtigt. Vielleicht kann man ja in Zukunft mal transparent machen, welche Maßnahmen an den Schulen ergriffen worden sind, damit die Kinder nicht nach Hause geschickt worden sind. Nicht alle Formen der Betreuung sind Unterricht gleich zu setzen, aber auch nicht alle Maßnahmen sind unterrichtsfremd.

Die Übergangsquoten an die weiterführenden Schulen haben sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert. Nach wie vor werden mehr Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien angemeldet als Gymnasialempfehlungen ausgesprochen werden. Die Regional- und Gemeinschaftsschulen werden in erster Linie von haupt- und realschulempfohlenen Kindern besucht. Lediglich 8 % der Schülerinnen und Schüler, die an den Gemeinschaftsschulen angemeldet werden, haben eine Empfehlung für das Gymnasium. Für uns ist das die Bestätigung, dass der Weg der Zweigliedrigkeit der richtige Weg für die Zukunft an unseren Schulen sein wird. Und auch das Zusammenwachsen der Regional- und Gemeinschaftsschulen zu einer Säule neben dem Gymnasium ist richtig.

Und für die Zukunft weist der Bericht einen stärkeren Schülerrückgang aus, als in den vergangenen Jahren prognostiziert wurde. Bis 2020 werden es nicht 50.000, sondern 59.000 Schülerinnen und Schüler weniger sein. Was unter anderem dazu führen wird, dass sich trotz der beschlossen Einsparungen bei den Lehrerplanstellen die Unterrichtssituation in Schleswig-Holstein nicht verschlechtern wird. Die derzeitige Schüler/Lehrerrelation von 17 zu 1, 2006 waren es noch 19 zu 1, wird sich auf diesem Niveau halten lassen.

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