Heike Franzen

Heike Franzen
Bildungspolitik

Internet | | Nr. 125/16

zu TOP 37: Kein Digitales Lernen ohne leistungsstarkes Internet

Es gilt das gesprochene Wort
Sperrfrist Redebeginn

Unsere Welt ist ohne die digitalen Medien fast nicht mehr denkbar. Handy, Fernseher, Computer oder Laptop sind in fast allen Haushalten zu finden. Aktuelle Studien belegen, dass 92 Prozent der Jugendlichen ein Smartphone haben, 75 Prozent haben einen eigenen Computer oder Laptop und 29 Prozent einen Tablet-PC. In der Arbeitswelt sind die digitalen Medien ohnehin nicht mehr weg zu denken. Darauf muss sich eine Gesellschaft einstellen. Kinder und Jugendliche sollten den Umgang mit der Technik lernen und verstehen. Darüber hinaus ist aber auch der kritische Umgang mit den Inhalten ein wichtiger Aspekt. Daher sollten digitale Medien in den Schulen genutzt werden.

Sie können eine Bereicherung des Unterrichtsmaterials darstellen und ebenfalls zur Recherche von Inhalten dienen. Lesen, Schreiben, Rechnen sind die Kulturtechniken. Der richtige Umgang mit digitalen Medien wird schon bald ebenfalls zu den Kernkompetenzen eines jeden Menschen gehören.

Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass der Lernerfolg automatisch von digitalen Medien abhängt, aber ich finde schon, dass Kinder und Jugendliche den verantwortungsvollen Umgang damit erlernen müssen. Dazu gehören auch vernünftige Konzepte. Dann können auch weitere Lernerfolge eintreten, z.B. wenn Unterrichtsinhalte außerhalb der Unterrichtsstunden von den Kindern und Jugendlichen abgerufen werden können.

Der Bericht der Ministerin macht deutlich, dass es hier noch viel zu tun gibt. Dazu gehört die Ausstattung der Schulen mit modernen und unterrichtsnahen Technologien. Und dazu gehört auch ein ausreichender Breitbandanschluss. Ganz schnell muss dafür gesorgt werden, dass endlich alle Schulen in diesem Land über einen Internetzugang verfügen. Das würde auch den Einsatz einer einheitlichen Schulsoftware an den Schulen erleichtern. Der Umgang mit den digitalen Medien gehört zu recht in die Lehreraus- und -weiterbildung. Und auch die Aufnahme in die Fachanforderungen ist richtig.

Wenn allerdings aus dem Bericht deutlich wird, dass der Anteil der Lehrkräfte in Deutschland, die Fortbildungen zu diesem Thema besuchen, bei unter 20 Prozent liegt, dann besteht hier Handlungsbedarf in den einzelnen Schulen auf die Notwendigkeit solcher Fortbildungen hinzuweisen.

Das Projekt „Lernen mit digitalen Medien“ ist ein erster richtiger Schritt. Schulen sollen sich auf den Weg machen, innovative Konzepte zu entwickeln. Darüber hinaus werden digitale Unterrichtsmaterialien erprobt. 111 Schulen hatten sich beworben. Lediglich 20 können sich an dem Projekt beteiligen. Das Ganze ist auf 1,5 Jahre angelegt. Ich will nicht hoffen, dass jetzt die Entwicklung von Strategien zum Einsatz digitaler Medien in den Schulen für diese Zeit auf Eis gelegt ist.

Insbesondere das IQSH ist aus meiner Sicht gefordert, den Schulen beratend und mit entsprechenden Unterrichtsmaterialien zur Seite zu stehen. Lernprogramme und Online-Angebote könnten übrigens auch zur Kostensenkungen bei den Schulträgern beitragen.
Andere Länder, auch in Europa, sind da deutlich weiter. In Deutschland kommen in den Schulen 11,5 Schülerinnen und Schüler auf einen Computer. In Norwegen sind es 2,4 Schülerinnen und Schüler.

Wir halten nichts davon den Schulen jetzt zu verordnen sich ein Medienkonzept zu geben, so wie es die Piraten verlangt haben. Die Schulen haben im Augenblick zu viel zu tun und sind mit der Inklusion und der Beschulung von Kindern aus anderen Ländern stark gefordert. Aber wir müssen schon aufpassen. Die digitalen Medien spielen beim Erwerb von Wissen inzwischen eine bedeutende Rolle. Wir müssen noch mehr tun, um nicht abgehängt zu werden.

Ich beantrage die Überweisung des Berichtes in den Bildungsausschuss, damit wir uns noch mal intensiv damit auseinandersetzen können.

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Verantwortlich:
Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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