Anette Röttger

Anette Röttger
Kultur, Verbraucherschutz, Hochschule

Studium und Lehre | | Nr. 462/20

TOP 34: Mit diesem Zukunftsvertrag sind unsere Hochschulen auf einem guten Weg

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Landtagspräsident, liebe Kolleginnen und Kollegen,

von den 57.488 im Jahr 2018 eingeschriebenen Studierenden lernten 37.881 an den Universitäten, 961 an den künstlerischen Hochschulen und 18.646 an den Fachhochschulen. Das sind beachtliche Größenordnungen für ein Land wie Schleswig-Holstein. Die Studienerfolgsquote lag 2018 mit 80,3% leicht über dem Bundesdurchschnitt.

Unser staatlich finanziertes schleswig-holsteinisches Hochschulsystem besteht aus drei Universitäten in Flensburg, Kiel und Lübeck, zwei künstlerischen Hochschulen in Kiel und Lübeck und vier Fachhochschulen an der Westküste in Heide, in Flensburg, in Kiel mit Rendsburg und in Lübeck.

Der Wunsch nach einem Studium ist weit verbreitet und die Gruppe der Studierenden sehr heterogen. Sie reicht von minderjährigen Abiturienten bis hin zum Meister mit langjähriger Berufserfahrung. Studieren kann man längst nicht mehr nur in Hörsälen oder Laboren, sondern genauso online und weltweit, egal von welchem Ort.

Mit dem vorliegenden Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken geht es um das Nachfolgeprogramm der Hochschulpakte I bis III, die von 2007-2020 neu aufgelegt wurden. In dieser Zeit stiegen die Studierendenzahlen enorm an.

Unsere Hochschulen haben diesen Aufwuchs mit ihrem Personal gut gemeistert. Sie sind die Katalysatoren, die die Innovationskraft des Landes beschleunigen und dringend benötigte akademische Fachkräfte exzellent ausbilden.

Genau darauf sind wir angewiesen, wenn es gelingen soll, die wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung unseres Landes voranzubringen, um damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit gegenüber China und den USA zu verbessern.

Um dauerhaft die hohe Zahl von Studierenden im Land auf höchstem akademischem Niveau qualifizieren zu können, werden die Mittel der Hochschulpakte jetzt verstetigt. Der vorliegende Zukunftsvertrag sorgt dafür. Er ermöglicht den Erhalt der Studienplatzkapazitäten, sorgt für Qualitätsverbesserungen in Studium und Lehre und gibt den Hochschulen die Chance, das eigene Profil noch besser zu schärfen. Die Fachhochschule Kiel entwickelt z.B. den Fachbereich Architektur und online gestützte Angebote für den Bereich Soziale Arbeit.

Wenn ich an meine eigene Studienzeit Mitte der 1980 er Jahre hier an der CAU in Kiel zurückdenke, waren die Studienplätze bereits sehr begehrt und die Hörsäle waren voll besetzt. Die ersten PCs kamen zum Einsatz, aber von einer Online-Lehre war man noch weit entfernt. Bei der Berufs- oder Studienplatzwahl meiner Kinder erlebe ich jetzt eher die Qual der Wahl für die richtige und passgenaue Entscheidung. Ihre Herausforderung besteht darin, sich zurechtzufinden in der immer größer werdenden Angebotsflut. Ein gigantischer Veränderungsprozess hinein eine globalisierte und digitalisierte Zeit mit einer immer größeren Auswahl an Studienfächern gepaart mit den aktuellen Herausforderungen einer Pandemie bestimmen den Alltag an Hochschulen.

Für die Hochschulen erfordert dieser beschleunigte Weg in die Zukunft stetige und erhebliche wegweisende Investitionen. Daher ist es gut, dass sich alle Bundesländer im Juni 2019 mit der Bundeskanzlerin auf eine Bund-Ländervereinbarung mit einem Bundesvolumen von 1,88 Milliarden Euro verständigt haben. Auf dieser Basis wird nun die vorgelegte Landeszielvereinbarung zum Zukunftsvertrag mit den Hochschulen geschlossen. Damit wird der auslaufende Hochschulpakt durch den Zukunftsvertrag fortgeschrieben und 2024 evaluiert.

Fakt ist, dass sich mit diesem Zukunftsvertrag die Möglichkeit eröffnet, jeden in die Hochschulen investierten Euro aus Mitteln des Landes durch einen zweiten Euro vom Bund zu verdoppeln.

Eine zeitliche Befristung dafür gibt es nicht. Beides sind bemerkenswerte Verhandlungsergebnisse. Mein Dank gilt an dieser Stelle allen beteiligten Verhandlungspartnern.

Für unsere Hochschulen hier im Land bedeutet das ein Gesamtvolumen im Haushalt 2021 von 85 Millionen Euro, von denen 47 Millionen Euro aus Bundes- und rund 38 Millionen Euro aus Landesmitteln veranschlagt werden. Dieses Geld ermöglicht zwar noch keine Wachstumsstrategie, verhindert aber zumindest einen Schrumpfungsprozess. Zusammengefasst können wir sagen, der Zukunftsvertrag sichert den Kapazitätserhalt, ermöglicht qualitative Verbesserungen für die Lehre. Er sichert unseren Hochschulen ihre Stabilität und gibt ihnen finanzielle Planungssicherheit.

Über die Einzelvereinbarungen mit den jeweiligen Hochschulen ist die individuelle strategische Weiterentwicklung im Sinne der Hochschulautonomie gut berücksichtigt. Im Rahmen unseres Gesprächs mit den Hochschulleitungen im Bildungsausschuss haben wir diese nicht nur als ein gut aufgestelltes Netzwerk mit einer breiten Übereinstimmung erlebt. Sie haben sich als Vertreter Ihrer jeweiligen Hochschule mit klaren Konzepten für passgenaue Qualitätsverbesserungen präsentiert und eine deutliche und übereinstimmende Zustimmung zum ausgehandelten Vertrag bekundet.

Dafür möchte ich Ihnen an dieser Stelle ausdrücklich danken.

Unsere Hochschulen im Land sind gut aufgestellt. Eine hohe Motivation und hohes Engagement am jeweiligen Standort sind die Grundlage und Markenzeichen für eine gelingende akademische Ausbildung. Ich freue mich, dass es mit dem Zukunftsvertrag gelingen wird, den Studienerfolg weiter zu verbessern und ein Scheitern zu vermeiden. Gute Beispiele geeigneter Maßnahmen sind eine verbesserte Eingangsberatung bei der Studienplatzauswahl oder Propädeutika. Die Lehre verbessert sich, wenn die Rahmenbedingungen gut sind. Daher freuen wir uns über das Bestreben hin zu weiterer Entfristung von Verträgen und über Entwicklungen – wie z.B. an der Technischen Hochschule Lübeck, die Lehrende durch Mediendidaktik über das Zentrum für digitale Lehre unterstützt.

Nur mit einem nachhaltig gestärkten Wissenschaftsstandort kann Deutschland seine Position in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

Die Hochschulen hier im Land geben Antworten auf die Fragen unserer Zeit, sei es im Bereich der Gesundheit oder Ernährung, im Themenfeld Energie oder Tourismus, beim Klima oder in der Stadtentwicklung. Mit diesem Zukunftsvertrag sind unsere Hochschulen auf einem guten Weg.

Sie haben Fragen zu diesem Artikel? Sprechen Sie uns an:


Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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