Tobias von der Heide

Tobias von der Heide
Bildung, Jugend, Kirche

Digitalisierung | | Nr. 416/18

(TOP 17 und 46) Eine schnelle Lösung ist erforderlich

Es gilt das gesprochene Wort

Sperrfrist Redebeginn

Mit dem Blick nach Berlin gerichtet und auch rückblickend auf die letzte Aktuelle Stunde hier in unserem Plenum bringt einen die aktuelle Debatte um den Digitalpakt fast zum Verzweifeln.

Das Ganze ist kein Ruhmesblatt für die Politik im Allgemeinen. Mittlerweile kann man wohl sagen, dass sich keine Partei ausnehmen kann, an der Hängepartie mit beteiligt zu sein. Ich hoffe sehr, dass der Vermittlungsausschuss des Bundesrates schnell zu einer Lösung kommt. Denn wir sind uns doch alle einig, dass wir die Mittel für Digitalisierung an unseren Schulen brauchen und keinen Misserfolg im Zeitalter des digitalen Wandels gebrauchen können.

Und nun ein paar Sätze zum Antrag des SSW. Selbstverständlich können auch Schulen der dänischen Minderheit und die Schulen in freier Trägerschaft Mittel aus dem Digitalpakt bekommen. Allerdings beantragen die Mittel nicht die Schulen, sondern die Schulträger.

Bei den dänischen Schulen ist es also der dänische Schulverein. Das hat das Bundesbildungsministerium schon an verschiedenen Stellen öffentlich klargestellt. Wir haben das Thema auch schon im letzten Plenum hinreichend diskutiert. So gesehen, beschreibt der Antrag ein Problem, das es gar nicht gibt. Aber dennoch sind wir gerne dazu bereit, mit ihnen darüber im Bildungsausschuss nochmal zu sprechen.

Obwohl der Digitalpakt anscheinend noch auf sich warten lässt, sind wir in Schleswig-Holstein nicht untätig.

Das Thema Digitalisierung hat in den vergangenen zwei Jahren dank unserer Landesregierung ordentlich Fahrt aufgenommen. Das zeigt auch die aktuelle Umfrage zum Stand der Digitalisierung in den Schulen. So hat sich der Anteil schneller breitbandiger Internetanschlüsse im Zeitraum von 2016 zu 2018 von 31,6 Prozent auf 51,3 Prozent deutlich erhöht. Und auch ein fest installiertes WLAN wird nun an 77 Prozent der Schulen bereitgestellt, 2016 waren es noch 63 Prozent. An 30,7 Prozent dieser Schulen ist WLAN schulweit verfügbar. Wir sind also beim Thema WLAN an Schulen auf einem guten Weg und ich freue mich, dass wir im Ausschuss festhalten konnten, dass die Landesregierung bereits mit den Kommunen in konzeptioneller Abstimmung ist und ab dem Jahr 2021 alle Schulen mit WLAN ausgestattet sein sollen.

Aber Digitalisierung ist vielmehr als nur die Bereitstellung von WLAN oder mobilen Endgeräten. Wir nehmen die KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ verdammt ernst. Wir haben darüber hier schon diskutiert. Jedes Schulfach wird durch die Digitalisierung verändert. Das muss sich auch in den Fachanforderungen widerspiegeln. Wir wollen die für den Umgang mit der Digitalisierung notwendigen Kompetenzen im Unterricht vermitteln und für das Lernen systematisch einsetzen.

Zentrale Maßnahmen des Digitalisierungsprogramms sind das „Schulportal SH“ und die einheitliche Schulverwaltungssoftware. Beide Maßnahmen sind wichtige Tools für den Unterricht, aber auch für die Schulverwaltung, um Bildung Digital organisieren zu können.

Wir möchten auch beim Thema Infrastruktur helfen. Der Digitalpakt ist dafür eine wichtige Grundlage. 130 Modellschulen zeigen bereits jetzt, wie Digitalisierung an Schulen in Schleswig-Holstein umgesetzt werden kann. Mit diesen Erfahrungen wollen wir auch den Kommunen bei der richtigen Auswahl von IT-Infrastruktur helfen und dafür werden vom IQSH Musterlösungen definiert. Von diesen Musterlösungen profitieren gerade Grundschulen im ländlichen Raum. Erst vor zwei Tagen wurden drei Grundschulen zu IT-Referenzschulen erklärt.

Außerdem wollen wir die Lehrkräftebildung stärken, damit Lehrkräfte der Schlüsselfunktion, die ihnen bei der digitalen Bildung zukommt, gerecht werden können. Gestern haben wir dazu eine Digitale Musterklasse am IQSH für die Lehrerausbildung an der Universität Flensburg auf den Weg gebracht.

Und gerne erinnere ich hier auch noch einmal an unsere Initiative, Informatik zum Profilfach zu machen und zum Mangelfach zu erklären.

Selbstverständlich sind wir noch nicht am endgültigen Ziel. Wir sind aber kräftig dabei dieses zu erreichen und verfolgen einen guten Plan. Die nächsten Jahre und auch die Entscheidungen auf Bundesebene werden zeigen, ob es uns auch gemeinsam gelingt.

Danke, dass Sie mir zugehört haben.

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Verantwortlich:
Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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