Hospiz | | Nr. 357/17

(TOP 15) Für eine angemessene Hospiz- und Palliativmedizin

Sperrfrist Redebeginn!
Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident,
liebe Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete,
liebe Gäste!

Lassen Sie mich mit einem sehr persönlichen Erlebnis beginnen:

Ich hatte eine nette und liebenswerte Nachbarin. Eine intelligente ältere Dame, die mir oftmals Zeitungsartikel mit eigenen Kommentierungen vor die Wohnungstür legte. Sie erzählte mir eines Tages, dass es ihr gesundheitlich nicht gut geht, sie Magenprobleme hat, die nicht abklingen wollen. Sie ließ sich schließlich untersuchen – und dann ging alles ganz schnell. Sie kam in ein Krankenhaus, von dort aus direkt in ein Hospiz.

Dort besuchte in meine Nachbarin. Ich werde nicht vergessen, mit welcher Herzenswärme, Fürsorge und Hilfsbereitschaft ich dort von einer Mitarbeiterin empfangen und zum Zimmer meiner Nachbarin begleitet wurde. In tiefer, positiver Erinnerung ist mir aber auch geblieben, wie fürsorglich die Menschen auf ihrem letzten Lebensweg in diesem Hospiz betreut wurden.

Möglich zu machen, dass Menschen beim Sterben begleitet, ihre Schmerzen gelindert und ihnen ein würdiger Abschied von dieser Welt ermöglicht wird, das ist ebenso Sinn und Zweck eines Hospizes, wie die Thematisierung eines der letzten gesellschaftlichen Tabus:

Der Umgang mit Leid, Sterben und Tod. 

Die Hospizbewegung stellt die Begleitung Schwerstkranker und sterbender Menschen in das Zentrum ihrer Bemühungen – mit Pflege, Zuwendung, Begleitung, Einfühlsamkeit. Wenn Heilung nicht mehr möglich ist, kann die Palliativmedizin und -pflege die Lebensqualität für Betroffene und Angehörige wesentlich verbessern.

Wie ist nun aber die derzeitige Situation in Schleswig-Holstein – was müssen wir tun?

Es gibt  in Schleswig-Holstein derzeit 6 stationäre Hospize mit insgesamt 66 Betten. Weitere 9 ehrenamtliche Hospizinitiativen werden 2017 finanziell vom Land unterstützt. Weitere Standorte für Hospiz- und Palliativbetten sind in Planung – das ist gut und richtig!

Um würdevolle und gute Versorgung schwerstkranker Menschen zu ermöglichen, sprechen wir uns als CDU unmissverständlich für eine angemessene Hospiz- und Palliativversorgung aus.

Die Diagnosen kommen oftmals für die Angehörigen plötzlich, unvorbereitet und mit ganzer Härte. Umso erleichterter sind sie, wenn für die schwer erkrankten Angehörigen schnell ein geeigneter Platz gefunden wird, in dem sie die benötigte Ruhe und Fürsorge bekommen können. Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband e.V. benennt den Bedarf an stationären Plätzen pro 1 Million Einwohner mit 50 Betten.

Wir wollen die investiven Mittel auch in den kommenden Jahren nach regionalen Versorgungsaspekten weiter ausbauen, um die empfohlene Anzahl von Betten zu erreichen. Bei der Erhöhung von Hospizbetten soll möglichst eine wohnortnahe Versorgung für ganz Schleswig-Holstein gewährleistet werden. Dieses Anliegen wollen wir politisch als Jamaika Koalition vorantreiben und den eingeschlagenen Weg konsequent fortführen.

Alles, um eine bedarfsgerechte Versorgung in Schleswig-Holstein zu erreichen!

Runde Tische sind aus unserer Sicht nicht notwendig. Unsere parlamentarischen Möglichkeiten reichen aus, um Expertenmeinungen in unseren Entscheidungen zu berücksichtigen.

In dieser Debatte sollte ein weiterer Aspekt aber nicht unberücksichtigt bleiben – ich denke hier an die Arbeit der ambulanten Hospizdienste und den häufig geäußerten Wunsch der schwerstkranken und sterbenden Menschen, Angehörigen und Nahestehenden, die sagen – ambulant vor stationär. Der Wunsch, bis zum Lebensende zu Hause oder im vertrauten Umfeld bleiben zu können ist groß. 90 Prozent aller Menschen wollen zu Hause sterben. Dies zu ermöglichen, muss ebenso unsere Aufgabe sein. Auch die ambulanten Hospiz-Dienste, mit ihren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wollen wir unterstützen.  

All denjenigen, die in gemeinnützigen Vereinen und Organisationen, in Kirchen und Stiftungen tätig sind, sei gedankt und sie verdienen höchsten Respekt.

Die Begründerin der Hospizbewegung und Wegbereiterin des Palliativgedankens, Cicely Saunders, drückt dieses Gebot der Humanität prägnant aus:

„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“!

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Verantwortlich:
Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

http://www.cdu.ltsh.de

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