Gentechnik | | Nr. 262/18

EuGH-Urteil ist eine wissenschaftliche Vollbremsung

Zum Urteil des EuGH zum neuen Gentechnik-Verfahren äußerte sich heute (26. Juli 2018) die verbraucherpolitische Sprecherin der CDU Landtagsfraktion Anette Röttger:

„Der EuGH hat mit seiner Entscheidung, dass auch Pflanzen, die mit neuen molekularbiologischen Methoden entwickelt werden, als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zu behandeln und zu regulieren sind, wichtige Zukunftschancen für die europäische Landwirtschaft zunichte gemacht. Es ist eher eine allgemeine Angst vor Innovationen, vor technischem Fortschritt und vor der wissenschaftlichen Weiterentwicklung, die sich rund um das Thema Gentechnik in der Pflanzenzucht in unserer Gesellschaft fest etabliert hat, die dieses Urteil prägt. Nach meiner Ansicht sollten wir in unserem hoch entwickelten Land selbst in der Lage sein, die erforderliche Risikobewertung und Kontrolle neuer Verfahren in Blick auf Umwelt- und Verbraucherschutz sicherzustellen. Ich bin der Auffassung, dass eine kontrollierte Zulassung moderner Gentechnik sinnvoller wäre als eine solch wenig differenzierte „wissenschaftliche Vollbremsung“ wie durch ein solches EuGH-Urteil. Die Entscheidung wird vielmehr dazu führen, dass sich derartige technologische Weiterentwicklungen weltweit in andere Regionen verlagern und unsere heimische landwirtschaftliche Produktion noch stärker für die Zukunft einschränken.

Wir sollten daher festhalten: Wer einerseits weniger Pflanzenschutzmitteleinsatz fordert, kann nicht andererseits gegen die Entwicklung widerstandsfähiger Pflanzen sein. Wer mehr Vielfalt in der Fruchtfolge einfordert, muss auch anwendbare Lösungen für unsere Landwirtinnen und Landwirte entwickeln.

Wir haben gerade in Schleswig-Holstein eine gut aufgestellte und stark nachgefragte Agrar- und Ernährungswissenschaft mit einer bewährten langjährigen fachlichen Forschung. Wir brauchen auf diesem Gebiet aber wieder ein Grundvertrauen und eine ideologiefreie Bewertung von Zukunftstechnologien in der Pflanzenzucht. Hilfreich könnte ein Blick in die Humanmedizin und Pharmazie sein. Dort besteht trotz weit verbreiteter roter und weißer Gentechnik ein hohes Grundvertrauen der betroffenen Menschen, da sich diese Gentechnik zum Beispiel in Form von lebensnotwendigen Arzneimitteln für die betroffenen Menschen äußerst positiv auswirkt.

Ich bin davon überzeugt, dass wir hier in unserem Bundesland mit guter landwirtschaftlicher Praxis, stetiger Einbindung der Forschung und einer staatlichen Kontrolle der angewendeten Verfahren sehr hochwertige Lebensmittel erzeugen, die sich auch im internationalen Vergleich bewähren. Diese technologischen Werte dürfen wir nicht für die Zukunft leichtfertig durch ein solches Urteil aufgeben. Besonders dieses Extremjahr für unsere Landwirtinnen und Landwirte aufgrund von anhaltender Dürre zeigt, dass wir für eine nachhaltige regionale Landwirtschaft zukunftsfähige Verfahren benötigen. Eine kontrollierte Zulassung wäre dafür sinnvoller gewesen als eine pauschale Abwehrhaltung aufgrund eines faktenlosen Bauchgefühls“, so Röttger.

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Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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