Tobias Loose

Tobias Loose
Bildungspolitik

Gesundheit | | Nr. 268/17

Es geht um die Gesundheit am Arbeitsplatz Schule

Es gilt das gesprochene Wort

Sperrfrist Redebeginn

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

wie bereits von meinen Vorrednern angesprochen, ist Gesundheit in den schleswig-holsteinischen Schulen für unsere Jamaika-Koalition ein sehr wichtiges Thema und daher auch in unserem Koalitionsvertrag an prominenter Stelle platziert. Und nicht ohne Grund diskutieren wir über dieses wichtige Thema bereits ganz am Anfang dieser Legislaturperiode. Das alleine ist, wie ich finde, ein sehr wichtiges Statement.

Worum geht’s?

Es geht nicht allein darum, Begründungen für die Notwendigkeit von weiteren Lehrerstellen zu suchen. Wobei es natürlich einen Zusammenhang gibt. Bei einer schlechten Unterrichtsversorgung muss regelmäßig Unterricht vertreten werden, sofern er überhaupt stattfindet. Weniger Schultern müssen die gleiche Arbeit leisten. Dabei kommt es zwangsläufig dazu, dass auch die Gesundheit von Lehrkräften darunter leiden kann. Schon deshalb ist das Ziel einer 100-prozentigen Unterrichtsversorgung ein richtiges. Und ich freue mich, sagen wir mal, als angehender Fachpolitiker von ganzem Herzen darüber, dass wir hier im Haus - Regierungsfraktionen aber auch Opposition - uns das Ziel einer 100-prozentigen Unterrichtsversorgung so deutlich auf die Fahnen geschrieben haben.

Aber darum allein geht es ja gar nicht. Uns geht es um die Gesundheit am Arbeitsplatz Schule. Und ich glaube, wir können die beste Unterrichtsversorgung der Welt haben. Immer mehr Lehrer einstellen. Schule kann trotzdem ein sehr anstrengender Arbeitsplatz sein. Im wissenschaftlichen Kontext spricht man dann von „bedingungsbezogenen und personenbezogenen Stressoren“. Das kann zum Beispiel das Thema mangelnde Kooperation im Arbeitsumfeld sein. Schülerinnen und Schüler aber wahrscheinlich auch Kolleginnen und Kollegen sind nicht immer nett und machen nicht immer das, dass was man von von ihnen möchte. Ein anderes Thema kann die körperliche Beeinträchtigung durch Lärm sein. Schülerinnen und Schüler sind nicht immer leise. Stress und Lärm als zwei Beispiele, von denen es viele andere (Ergonomie, Ernährung) gibt, haben direkten Einfluss auf die Gesundheit. Und ich glaube, dass diese Themen auch in den letzten Jahren mehr geworden sind, durch eine heterogenere Schülerschaft, durch Inklusion und durch Integration. Uns ist wichtig, dass wir die Lehrkräfte mit diesen Themen nicht alleine lassen.

Deshalb haben wir als einen ersten Schritt diesen Antrag gestellt, um die Landesregierung damit zu beauftragen, ein Konzept zur Verbesserung des Gesundheitsmanagements an Schulen zu erarbeiten. Uns geht es erst einmal um eine Bestandsaufnahme. Wie stellt sich die Belastung aus Sicht der Lehrkräfte dar. Um dann zu definieren: Was können Schulen tun, um die Rahmenbedingungen zu verbessern? Welche Rolle spielt die Schulleitung als Vorgesetzter vor Ort? Was kann eine Schulaufsicht besser machen, um dieses Thema anzugehen? Aber auch: Was können wir hier im Landtag tun, um den Lehrerberuf gesünder und damit auch am Ende attraktiver zu gestalten? Für uns ist dieser Antrag heute ein Startpunkt. Das Thema wird uns in den kommenden Jahren noch häufiger beschäftigen. Sicher regelmäßig im Bildungsausschuss, aber auch hier im Plenum.

Danke, dass Sie mir zugehört haben.

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Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
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